Sieg für den Orga-Chef

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mo, 28. September 2020

Mountainbike

Simon Stiebjahn gewinnt den Trail Hype der Mountainbiker in Neustadt / 252 Starter.

. Fünf Grad kühle Wettkampfluft schnupperten 252 der gemeldeten 330 Mountainbiker und -bikerinnen am Sonntag beim "Trail Hype" in Neustadt. Anders als die Nachwuchsfahrer am Samstag blieben sie von Regen verschont. Das Hauptrennen, den Marathon über offiziell 69 Kilometer gewann Simon Stiebjahn. Der Vorsitzende des Ausrichtervereins RSV Hochschwarzwald war schon in den Tagen zuvor als Cheforganisator stark beansprucht.

"Ganz gut", ruft Stiebjahn dem Moderator auf die Frage "wie geht’s?" nach dem steilen Anstieg auf dem Auslauf der Hochfirstschanze kurz zu. Da ist gerade mal Halbzeit, eine von zwei Runden à 34,5 Kilometer und 1200 Höhenmeter hat das Führungsduo bereits in den Beinen. Unmittelbar hinter dem 22-jährigen Freiburger Vinzent Dorn kurbelt der acht Jahre ältere Mountainbike-Profi aus Langenordnach nach eineinhalb Stunden im Sattel kontrolliert weiter. Sein Ziel ist klar: "Stiebi", wie ihn seine Kollegen und Freunde nennen, will "sein" Rennen gewinnen. Es ist nicht nur sein Heimrennen, er hat den Kurs mit Start und Ziel bei der imposanten Weltcup-Sprungschanze auch selbst ausgetüftelt und aktuell noch um zwei Singletrails erweitert. Einer von ihnen führt direkt durch die terrassenförmig angelegten Zuschauerränge, bevor die Biker wieder im Wald verschwinden. Eine zuschauerfreundliche neue Streckenführung – auch wenn wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr außer den Betreuern und Kollegen keine Zuschauer zugelassen sind. Dafür macht das überschaubare Publikum erstaunlich viel Stimmung, etwa mit einer Kuhglocke an einem kurzen, aber happigen Anstieg.

Als happige Herausforderung für alle erweist sich der Marathon. "Es war sehr, sehr hart", gibt Simon Stiebjahn im Ziel zu und verweist auf die schwierigen Bedingungen. Allerdings sei der Untergrund "nicht zu matschig" gewesen, weil der Boden viel Regen praktisch "aufgesaugt" habe. Dass er die Strecke so gut kennt wie keiner seiner Konkurrenten, half ihm dabei, sich bergab abzusetzen, verrät der Hochschwarzwälder MTB-Profi lächelnd. Das war nach etwa zwölf Kilometern auf der zweiten Runde, präzisiert er auf Nachfrage. Beim Anstieg zum Neustädter Hausberg Hochfirst habe er die kleine Lücke mit kontinuierlichem Tempo vergrößern können. Bis ins Ziel, das er nach 3:05:33 Stunden erreichte, baute der Langenordnacher seinen Vorsprung auf 1:32 Minuten aus. Vinzent Dorn hatte unterwegs noch Caleb Kieninger (St. Georgen) passieren lassen müssen und wurde 3:56 Minuten hinter Stiebjahn Dritter vor dem Münstertaler Niklas Sell (10:11 Minuten zurück).

Der Freiburger Triathlet Andi Böcherer (37) freute sich, endlich mal wieder einen Wettkampf bestreiten zu können und wollte "nur heile ins Ziel kommen", wie er sagte. Dafür schlug sich der frühere Ironman-Vizeeuropameister bei diesem "guten Training" ausgezeichnet: Er rollte nach 3:18:56 Stunden als Fünfter ins Ziel.

Bei den Frauen gewann die Schweizerin Irina Lützelschwab (3:52,39) mit einer halben Stunde Vorsprung vor Kati Rothe (Furtwangen). Die weiteren drei Frauen, die über die längste Distanz gestartet waren, gaben auf. Und wer nach rund 2:35 Stunden seine erste Runde nicht beendet hatte, wurde aus dem Rennen genommen, um den Zielschluss 16 Uhr zu gewährleisten.

Die meisten Starter, nämlich 141, hatten sich für die 34,5 Kilometer entschieden. Der 20-jährige Bayer Benedikt Fritz siegte nach 1:36:41 Stunden vor dem vier Jahre jüngeren Junis Pfefferle (Stop&Go Marderabwehr/1:37:52) und Ben Grupp (1:38:34) aus dem Breitnauer Rennstall B&W Bike Cases Merida Team. Bei den Frauen musste sich Jasmin Rebmann (RV Stegen) Katharina Kurz (Radsport Rhein-Neckar/1:57:30) nur um drei Sekunden geschlagen geben.

Über 20 Kilometer setzte sich Frederik Matz vom Kirchzartener Lexware Team in 1:02:41 Stunden mit acht Sekunden Vorsprung gegen Julian Schwörer (RSV Hochschwarzwald) durch. Jolanda Böhler (SG Rheinfelden/1:29:03) war die schnellste Bikerin.

"Es war ein erfolgreiches Event, auch wenn’s speziell war", lautet Simon Stiebjahns Fazit. Sein Dank gilt neben den Sponsoren und der Stadt Titisee-Neustadt den 146 Helfern und Helferinnen – fast alle aus dem eigenen Verein –, die unter erschwerten Bedingungen an beiden Wettkampftagen maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Lob und Dank vieler Teilnehmer haben sie sich verdient. Über den MTB-Cup vom Samstag werden wir noch berichten.