Parteien

Sind Kriegsdienstverweigerer demokratiefeindlich?

Hermann Rakow

Von Hermann Rakow (Lörrach)

Mo, 13. September 2021

Leserbriefe

Zu: "Will die SPD mit der Linken regieren?", Beitrag von Jan Dörner (Politik, 3. September)

Die acht Jahre Zwangsehe mit der CDU haben am Selbstbewusstsein der SPD gezehrt. Ohne Not lässt sie sich von der erschlafften Christenpartei zu der Aussage zwingen, eine Koalition mit der Linken auszuschließen. Der Grund: Die Linken möchten Konflikte nicht mit Gewalt lösen und seien daher schlechte Demokraten.

Sind jetzt auch alle Kriegsdienstverweigerer demokratiefeindlich? Aus Sicht einer Partei, in der Waffenlobbyisten ein- und ausgehen, ist das logisch. Aber im Hinblick auf das Versagen der Nato nicht nur in Afghanistan und Syrien ist es notwendig und zeugt vom politischen Weitblick der Linken, die Konflikte blockübergreifend mit Einbeziehung Russlands zu lösen. Und das wäre auch nicht die erste Zusammenarbeit mit den Machthabern im Kreml – siehe Nord Stream 2, von der Union ausdrücklich unterstützt.

Statt den Schulterschluss mit der Linken zu suchen, die Werte vertritt, die zur DNA der SPD gehören, liebäugeln die Sozialdemokraten mit einer Partei, die vor allem die Interessen der zehn Prozent vertritt, die zwei Drittel der deutschen Vermögenswerte besitzen. Den Wählerinnen und Wählern kann man nur raten, ihren Stimmzettel so spät wie möglich abzugeben. Vielleicht stellt Olaf Scholz noch fest, dass es sich mit der CDU entspannter regieren lässt. Hermann Rakow, Lörrach