Ski alpin

Skitalente aus dem Südschwarzwald stehen vor ungewissem Winter

Christel Siegmund

Von Christel Siegmund

Di, 17. November 2020 um 18:02 Uhr

Ski Alpin

Unter schwierigen Bedingungen haben sich die Skitalente aus dem Südschwarzwald auf die Saison vorbereitet. Doch nun heißt es auch für die alpinen Skirennfahrer erst einmal: abwarten.

Im März war die Saison auch für die Südschwarzwälder Nachwuchsskiläufer von jetzt auf gleich beendet: Lockdown für die Alpinen. Keine Regio-Meisterschaft, keine Verbandsmeisterschaft, nicht mal ein Abschlussrennen. Der Materialtest für die nächste Saison war ebenso gestrichen wie die geplanten Trainingslehrgänge im Frühsommer. Erst Mitte Juni liefen die Lifte auf den österreichischen Gletschern wieder und die ersten Schneelehrgänge waren möglich.

Der Regio-Kader Süd (Hochrhein/Südschwarzwald) ist eine von vier Nachwuchsschmieden für die zwei alpinen Landeskader der U-14- und U-16-Schülerklassen im Schwarzwald. Derzeit kommen die Teammitglieder aus sieben Vereinen (SZ Bernau, SC Menzenschwand, SC Öflingen, SZ Rheinfelden, SC Todtmoos, SC Waldshut, SC Wehr), die ambitionierten Sportler starten mit zehn Jahren mit rennsportorientiertem Techniktraining und schaffen parallel im Hallentraining die konditionellen Voraussetzungen für den Tanz im Stangenwald. Seit vielen Jahren ist Achim Mai (SZ Rheinfelden) der verantwortliche Trainer.

"Ich merke immer wieder, wie sehr sich eine positive Einstellung der Eltern auch im Engagement der Kinder widerspiegelt." Trainer Achim Mai
Mit seiner Ehefrau Christine, die die logistische Organisation im Hintergrund betreibt, vermittelt er seit zwölf Jahren als Coach und seit sieben Jahren als Bezirkssportwart und Stützpunkttrainer mit drei Co-Trainern den Kaderläufern den alpinen Rennlauf und Spaß am Skifahren. "Wir haben jedes Jahr einen breit aufgestellten Kader von etwa 20 Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 15 Jahren. Dazu bieten wir ganzjährig das Hallentraining und regelmäßige Lehrgänge auf den Gletschern an." Im Winter wird zweimal die Woche in Menzenschwand-Bernau und bei schlechter Schneelage am Feldberg trainiert, gestartet wird bei den regionalen und nationalen Schülerrennserien in Baden-Württemberg und Bayern, die teilweise auch in Österreich ausgerichtet werden. "Da sind dann auch die Eltern der Kids gefragt, die vor allem den Fahrtaufwand zu Trainings- und Wettkampforten mittragen müssen. Und dabei merke ich immer wieder, wie sehr sich eine positive Einstellung der Eltern auch im Engagement der Kinder widerspiegelt", so Mai.

Bei den Skiverbänden Baden-Württemberg sei seit diesem Jahr der alpine Skirennsport organisatorisch zentralisiert worden. "Trainingsbetrieb unter Einhaltung der Corona-Regeln wurde geplant, ein weitgehend normaler Wettkampfkalender für den Winter-Rennsport erstellt. Und wir haben hier im Schwarzwald für alle geplanten Rennen schon ausrichtende Vereine gefunden. Das war nicht in jedem Jahr so. Alle wollen hier den Ski-Rennsport ermöglichen."

Liftkarten auch für die Athleten nur online

Aufwändig war die Suche nach einer neuen Halle, denn die Chilbihalle in Waldshut war zur Corona-Fieberambulanz umfunktioniert. Bis nach den Sommerferien wich man auf den Sportplatz Albbruck sowie ins Trainingszentrum auf dem Herzogenhorn aus. Da erfahrungsgemäß erst ab Mitte Oktober wieder ausreichend gute Bedingungen auf den Alpengletschern vorzufinden sind, war das erste Schneetraining für die Herbstferien geplant. Doch erst wurde Tirol mit dem Hintertuxer Gletscher zum Risikogebiet, dann das Ausweichziel Sulden, Italien. Aktuell müssten sich die Athleten "eigenständig" fit halten, hadert Mai mit der momentanen Situation.

Für Dezember hat er zwei Lehrgänge auf dem Kaunertaler Gletscher (Österreich) geplant. Dann stehen im Zillertal die ersten Rennen im Deutschen Schülercup an. Die Eröffnungsrennen des Skiverbandes Schwarzwald sollen am zweiten Januar-Wochenende stattfinden. Momentan könne man nur abwarten, sagt Mai. Dazu kommt, dass Skisport grundsätzlich möglich sein muss, inklusive Skiliftbetrieb in Deutschland und in Österreich, ansonsten kann nicht trainiert werden. Auch die Abläufe am Feldberg werden etwas anders sein: Liftkarten, auch für die Rennläufer, wird es voraussichtlich nur als online-vorbestellte Tageskarten geben. "Der Aufwand für uns nebenberufliche Trainer ist doch deutlich höher. Aber wenn wir dann draußen im Schneetraining sind, sind wir an der frischen Luft und haben in der Regel viel Platz um uns herum. Wir halten die Corona-Regeln ein und hoffen, dass wir unseren Sport auch in diesem Winter ausüben können", hofft Achim Mai auf eine positive Wende.