Kreisliga

So gut wie seit drei Jahren nicht mehr: SV Schopfheim auf dem Vormarsch

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Di, 20. Oktober 2020 um 14:16 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Der SV Schopfheim mausert sich zum Aufstiegskandidaten. Mit dem sechsten Saisonsieg hat der Kreisligist Rang zwei erobert. Im Schlepptau: die SF Schliengen nach dem Kantersieg im Lokalderby.

Weniger ausgeglichen könnte die Fußball-Kreisliga A West nach neun Spieltagen kaum sein. Zwischen dem Tabellenführer und dem Achtplatzierten der Staffel liegen, Nachholspiele unberücksichtigt gelassen, gerade einmal fünf Punkte. Auch unten geht es eng zu, zwischen Tabellenmittelfeld und Abstiegszone zeigt sich ein vergleichbares Bild. Was sich zunehmend herauskristallisiert: Mit dem SV Schopfheim ist in dieser Runde offenbar zu rechnen.

Der SV Eichsel gastierte am Samstag beim SVS, und war es in der vergangenen Saison ein Duell zweier Teams aus dem unteren Tabellendrittel, ist die Lage momentan eine etwas andere. Die Schopfheimer, die sich vor wenigen Wochen von Trainer Daniel Schulz getrennt haben und einen markanten Aufwärtstrend verzeichnen, können sich nach vier Siegen in Folge möglicherweise bald über andere Ambitionen als einen Platz im Niemandsland der A-Klasse Gedanken machen. Eichsel, das ohne den verhinderten Trainer Giorgio Beltrani angereist war, muss den Blick dagegen eher nach unten richten. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat zunächst oberste Priorität. Fünf Punkte sind es momentan.

Trainerteam Asik/Osswald fährt gute Ergebnisse ein

Es entwickelte sich "ein dynamisches Spiel", sagte Burak Asik, der beim SVS mit Hans-Peter Osswald in der Verantwortung steht und seit dem 0:6 beim TuS Lörrach-Stetten gute Ergebnisse einfährt. "Nach einer Ecke gehen wir durch einen Kopfball mit 1:0 in Führung. Innerhalb von drei Minuten gibt der Schiedsrichter zwei Elfmeter, sodass wir den Ausgleich wieder kontern konnten", so Burak.
Fotos auf FuPa Südbaden: SV Schopfheim bezwingt den SV Eichsel

Andreas Brugger, der Beltrani auf der Trainerbank des SVE vertrat, sah nach dem Pausentee eine stärker werdende Eichsler Elf, "aber der letzte Pass war nicht gut genug und bei den Torschüssen haben wir zu lange gezögert", analysierte der 35-Jährige. Dennoch seien die Gäste "dreimal zu Chancen auf den Ausgleich" gekommen, ehe in der Nachspielzeit alle Bemühungen ein jähes Ende fanden. "Wir haben alles nach vorne geworfen und Mann gegen Mann verteidigt und sie kontern uns zum 1:3 aus", so Brugger, für den "ein Punkt verdient gewesen" wäre.

Beim SV Schopfheim, dank der drei Zähler nun punktgleich mit dem TuS Lörrach-Stetten auf Relegationsrang zwei liegend und damit so gut platziert wie zuletzt zu Saisonbeginn 2017, schaut man bereits in die Zukunft. "Es ist uns wichtig vorne mitzuspielen, insofern brauchen wir einen Sieg in Todtnau, um ein Polster für die darauffolgenden Aufgaben zu haben", sagt Coach Asik. Denn es würden "harte Spiele" folgen. Eine gute Grundlage, um in dieser Saison nicht noch in Abstiegsgefahr zu geraten, ist zumindest bereits gelegt.

"Klassenunterschied" im Derby der SF Schliengen

Den Blick nach vorne richtet derweil auch Alex Schöpflin, Trainer bei den SF Schliengen. Mit 8:0 gewann seine Mannschaft das Derby gegen den SV Liel-Niedereggenen und schob sich auf den vierten Tabellenrang. "Ein Klassenunterschied. Liel war sehr verhalten, aber wir hatten auch einen guten Tag. Wir haben sie gnadenlos an- und überrannt. Über ein 15:0 hätte sich wirklich keiner beschweren können", sagt Schöpflin, der "das 8:0 schnell wieder aus den Köpfen" seiner Spieler bekommen will. "Die Lieler haben mir irgendwann leid getan, aber so ein Spiel ist nicht unser Leistungsanspruch. Wir müssen es jetzt wieder ernst nehmen, wenn wir uns mit den Top Fünf der Liga messen wollen."

SV Weil II mit erst einer Niederlage

Ähnlich klare Ergebnisse wünscht sich Marco Kern, der mit Sandro Samardzic die Verbandsliga-Reserve des SV Weil trainiert. Das 2:0 gegen Wehr-Brennet sei "okay, aber ich wünsche mir, dass wir uns nicht mit zwei Toren zufrieden geben". Gegen die Reserve der SG habe sein Team "das Spiel von der ersten Minute an unter Kontrolle gehabt" und sei in "allen Belangen besser" gewesen als der Gegner, der "an diesem Tag eine schwache Leistung gezeigt" hat, wie Trainer Fabio Cocuzza einräumte. Warum sich seine Elf einen so langen Leerlauf leistete, ließe sich nicht wirklich erklären. "Wir haben Momente, da klappt alles, aber leider auch Phasen, in denen nichts geht." Auf Weiler Seite stand allerdings auch Qualität: Yannik Weber erzielte die Führung, Samardzic legte nach für die Weiler Reserve, die bislang eine starke Saison spielt, von neun Partien nur eine verloren hat. Als einziger Club der West-Staffel.