Spielpläne sind wohl nicht von Dauer

dpa

Von dpa

Di, 20. Oktober 2020

Basketball

Handballer und Basketballer vor einer ungewissen Saison.

Deutschlands beliebteste Ballsportarten nach dem Fußball werden gleich zu Beginn mit der Unberechenbarkeit einer jetzt schon komplizierten Saison konfrontiert. Durch die Absetzung der Pokal-Auftaktbegegnung von Titelverteidiger Alba Berlin gegen Braunschweig wegen eines Corona-Falls wird der Basketball-Spielplan direkt zum Start durcheinandergewirbelt.

Vergangene Woche war bereits das Champions-League-Spiel von Handball-Rekordmeister THW Kiel in Saporoschje aufgrund von 14 Corona-Fällen bei den Ukrainern ausgefallen. Und nun? Kein Mensch weiß, welche Terminschwierigkeiten den Vereinen in einer ohnehin schon eng getakteten Spielzeit zusätzlich drohen. Für drei Handball-Bundesligisten beginnt an diesem Dienstag die neue European League. Das bedeutet auch, dass zusätzliche Reisen in Risikogebiete anstehen. Die Füchse Berlin (gegen IFK Kristianstad) und die Rhein-Neckar Löwen (gegen RK Trimo Trebnje) dürfen zwar zunächst zuhause antreten. Der SC Magdeburg dagegen muss schon an diesem Dienstag bei Besiktas Aygaz in Istanbul und damit in der vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuften Türkei spielen. "Ich bin gespannt, was es bedeutet, unter Pandemie-Bedingungen diesen Wettbewerb zu spielen", sagte SCM-Trainer Bennet Wiegert.

Einige Teams verzichten auf den Europapokal

Aufgrund aller Unwägbarkeiten hatten im Basketball sogar einige Bundesligisten wie die Ludwigsburg oder Frankfurt auf ihre Teilnahme am Europapokal verzichtet. Nur vier deutsche Teams starten diese Saison im internationalen Wettbewerb – in der vergangenen waren es noch neun. "Wir wussten von Anfang an, dass dieser europäische Wettbewerb schwierig wird. Wir haben abgesagt, weil es kein rationales System oder Konzept gibt, dem wir glauben können", sagte Ludwigsburgs Trainer John Patrick. Alba dagegen war im Rahmen der Euroleague schon zu Auswärtsspielen in Tel Aviv und Moskau: zwei Risikogebieten.

Einen Tag nach dem Spiel in Moskau wurde ein Alba-Spieler positiv auf das Coronavirus getestet, was zur Absage des Pokalspiels gegen Braunschweig führte. Berlins Geschäftsführer Marco Baldi wusste schon vorher, dass solche Probleme nicht nur den engen Euroleague-Terminplan mit allein 34 Hauptrundenspielen pro Team gefährden könnten. Trotzdem war es für den Alba-Macher nie eine Option, auf die Teilnahme zu verzichten. "Wir sind stolz, dass wir in der besten europäischen Liga sind", sagte er.