Verwirrspiel um norwegische Kicker

dpa

Von dpa

Di, 17. November 2020

1. Bundesliga

Dürfen Erling Haaland und Kollegen am Samstag in der Bundesliga spielen oder droht Quarantäne?.

Der Fall Erling Haaland wird für Borussia Dortmund zu einem Verwirrspiel. Noch immer ist ungeklärt, ob der Torjäger im Bundesligaspiel am Samstag (20.30 Uhr) bei Hertha BSC auflaufen darf oder nicht. Meldungen aus Norwegen, dass dem 20-Jährigen wie anderen Nationalspielern im Fall eines Einsatzes eine Geldstrafe droht, sorgten beim Revierclub für Befremden. Nach eigenen Angaben bemüht sich der Bundesliga-Dritte weiterhin in Gesprächen mit dem heimischen Gesundheitsamt und dem norwegischen Verband um eine Klärung.

Knackpunkt bleibt die von den norwegischen Gesundheitsbehörden angeordnete zehntägige häusliche Quarantäne für alle Nationalspieler, die wegen eines positiven Corona-Befundes beim ehemaligen Braunschweiger Profi Omar Elabdellaoui verhängt worden war und die zur Absage des Länderspiels in Rumänien geführt hatte. Dass den im Ausland tätigen Profis wie Haaland dennoch die vorzeitige Rückreise zu ihren Clubs gewährt wurde, ändert daran angeblich wenig.

Positive Signale am Montag aus Leipzig sorgten beim BVB jedoch für erste Beruhigung. Demnach muss Haalands Nationalmannschaftskollege Alexander Sörloth nicht in eine mehrtägige Quarantäne. Nach Angaben des Clubs müsse der Stürmer den bei allen Rückkehrern üblichen negativen Corona-Test nachweisen, der am Montag durchgeführt wird. Dann kann Sörloth nach den Vorgaben des zuständigen Leipziger Gesundheitsamts wieder das Training aufnehmen und darf auch am Samstag (18.30 Uhr/Sky) bei Eintracht Frankfurt spielen.

Aus Norwegen gab es zuvor unterschiedliche Signale, ob Haaland und seinen Kollegen tatsächlich Strafen drohen könnten, wenn sie für ihre Vereine auflaufen. Wie der Rundfunksender NRK berichtete, hat die Kommune Oslo der Rückreise der Legionäre unter der Voraussetzung zugestimmt, dass sie sich direkt nach Hause begeben und dort bis zum Ende der Quarantänezeit aufhalten. Oslos Amtsarzt Tore W. Steen sagte der Zeitung Dagbladet, ein Zuwiderhandeln werde von norwegischer Seite als Quarantänebruch und Nicht-Einhaltung der Voraussetzungen aufgefasst, die für die Ausreise gegeben worden seien. Nach dpa-Informationen hat Sörloth dem allerdings weder zugestimmt noch ein Dokument unterschrieben.

Auch bei Dortmunds Gegner Hertha BSC herrschte Unklarheit über die Lage. Trainer Bruno Labbadia beschrieb die Situation am Montag als "verzwickt", nachdem Torwart Rune Jarstein am Sonntag abgereist war und sich inzwischen wieder in Berlin befindet. Im Moment könne man keine verbindliche Aussage treffen, ob der 36 Jahre alte Ersatzkeeper gegen den BVB zur Verfügung stehe oder nicht.

Zum Aufgebot für das Nations-League-Spiel der Norweger am Mittwoch in Österreich gehört Jarstein nun jedenfalls nicht mehr – genauso wenig wie Haaland und Sörloth. Stattdessen wird ein kurzfristig zusammengestellter 18-Mann-Ersatzkader mit Union Berlins Verteidiger Julian Ryerson nach Wien geschickt, damit das Spiel trotz Corona-Problemen ausgetragen werden kann.