Der Schnee reicht aus

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

So, 12. Januar 2020

Skispringen

Der Sonntag Die Skispringer können – Stand jetzt – nächstes Wochenende in Titisee-Neustadt starten.

Es sieht gut aus für den Weltcup in Titisee-Neustadt. Die Skispringer können – Stand jetzt – in einer Woche vom Bakken gehen. Die Organisatoren haben genug Schnee geschossen.

Die Serie der Wintersport-Weltcups im Hochschwarzwald beginnt diesmal spät, und sie fällt einmal mehr in einen schneearmen Winter. Niederschläge gab es kaum, und sie sind auch nicht in Sicht. In Titisee-Neustadt waren einige Nächte aber kalt genug, um Maschinenschnee erzeugen zu können. Zwischen den Jahren nahmen die Schneilanzen an der Hochfirstschanze regelmäßig ihren Betrieb auf. "Einmal konnten wir sogar bis morgens um 11 Uhr Schnee schießen", sagt Joachim Häfker, der Organisationschef für den Doppel-Weltcup der Skispringer. Am Samstag, 18. Januar, gehen die Weitenjäger von 16 Uhr an vom Bakken im Schmiedsbachtal südlich von Titisee-Neustadt. Am Sonntag starten sie bereits um 15.15 Uhr.

Am Donnerstag reiste der "Schnee-Kontrolleur" des Internationalen Ski-Verbands (FIS) in den Schwarzwald, um die Lage zu prüfen. Urteil: Der Schnee reicht. "Wir haben grünes Licht", sagte Häfker der Badischen Zeitung. Es ist schon der zehnte Weltcup, den die Wälderstadt mit rund 800 freiwilligen Helferinnen und Helfern über die Bühne bringen will. Wichtig ist, dass jetzt kein Dauerregen fällt. Im Dezember 2018 hatten die Helfer die Schanze schon fix und fertig präpariert. Starkregen und warme Temperaturen setzten dem Schneeteppich dann aber so zu, dass Teile abrutschten am Aufsprunghügel. Die Wettkämpfe mussten damals abgesagt werden. Diesmal soll alles glatt gehen. "Ich hoffe auf sehr viele Zuschauer", sagt Häfker. An den beiden Wettkampftagen werden wieder mehr als 10000 Skisprung-Fans im Schmiedsbachtal erwartet (mehr auf http://www.weltcupskispringen.com

Die Chancen stehen gut, dass auch Luca Roth, ein 19 Jahre junges Talent aus Hinterzarten, in Titisee-Neustadt starten darf. Bundestrainer Stefan Horngacher nahm den Skispringer vom SV Meßstetten für den Weltcup an diesem Wochenende in Val di Fiemme (Italien) ins A-Team auf. Markus Eisenbichler hat sich beim Sturz auf einem Parkplatz die rechte Hand verletzt und fällt bis auf Weiteres aus.

Auch am Feldberg laufen die Vorbereitungen für die Weltcups auf Hochtouren. Am 1. und 2. Februar sollen die Snowboardcrosser auf einer Spezialpiste am Seebuck zu Tal sausen, eine Woche später die weltbesten Skicrosser. Für die Spezialpiste mit ihren Wellen und Steilkurven wird allerdings ungleich mehr weißes Gold gebraucht als für die Präparierung einer Sprungschanze. "Wir benötigen schon noch weiteren Schnee für die beiden Weltcup-Veranstaltungen", sagt Herbert Kreuz, Sprecher der Hochschwarzwald Tourismus GmbH. Ein Kontrolleur des Weltverbands FIS werde am 20. Januar zunächst prüfen, ob der Schnee für die Snowboard-crosser ausreicht. Bis zum zweiten Februar-Wochenende ist es dann noch ein bisschen hin. Gegenwärtig, so Kreuz, seien "15 Lifte im Liftverbund Feldberg in Betrieb und wir haben bis zu 30 Zentimeter Schnee". Im Augenblick gingen alle Beteiligten davon aus, "dass wir auch in diesem Jahr die Wintersportfans mit hochklassigen Rennen begeistern können". Letzter Weltcup im Kalender 2019/2020 soll dann wieder der Schwarzwaldpokal in Schonach sein. Vom 13. bis 15. März 2020 wollen die Nordischen Kombinierer einmal mehr ihr Weltcup-Finale im Skidorf austragen.