Mit WM-Medaille zum Heimspiel

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 05. Februar 2019

Snowboard

Paul Berg, WM-Dritter im Mixed und Jana Fischer, Elfte im Team, sind die regionalen Stars beim Snowboardcross-Weltcup am Seebuck.

SNOWBOARDCROSS (pds/jb). Die Medaillen-Durststrecke ist vorbei: Nach zwei Weltmeisterschaften ohne Edelmetall haben Hanna Ihedioha und der Konstanzer Paul Berg im Snowboardcross-Mixed-Wettbewerb, der in Park City (USA) erstmals bei einer WM ausgetragen wurde, Bronze gewonnen. Jana Fischer (19) vom SC Löffingen, die beim Einzelwettkampf in der Qualifikation um 33 Hundertstel-Sekunden die Finalläufe verpasst hatte, erreichte im Mixed-Wettbewerb mit Leon Backhaus das Viertelfinale und landete bei ihrem WM-Debüt auf Rang elf.

Berg und Ihedioha mussten sich nach einer kämpferischen Vorstellung in einem packenden und mitreißenden Finale nur den US-Amerikanern Lindsey Jacobellis und Mick Dierdorff, der bereits im Einzel in Solitude Gold gewonnen hatte sowie den Italienern Michela Moioli und Omar Visintin geschlagen geben. Der dritte Platz der deutschen Paarung war erst die zweite Snowboardcross-Medaille bei einem internationalen Großereignis. Der letzte Medaillengewinn liegt lange zurück: Markus Ebner hatte 2001 bei der WM Silber für Deutschland geholt. Vor allem für Paul Berg war der Gewinn der Bronzemedaille eine große Genugtuung.

"Es war mehr drin,

aber Rang elf passt schon."

Jana Fischer zum Mixed-Rennen
Der 1,80 Meter große Konstanzer hatte am Freitag in seinem Einzel-Halbfinale in Führung liegend den sicher geglaubten Finaleinzug mit einem Sturz im Zielsprung noch verloren und war mit Wut im Bauch ins Mixed-Rennen gegangen.

"Das ist auf jeden Fall eine Wiedergutmachung", so Berg nach dem Gewinn der Bronzemedaille. "Es war nicht einfach, aber unsere Taktik ist gut aufgegangen", so der 27-Jährige. Berg hatte sich auf der im Vergleich zu den ersten WM-Tagen deutlich langsameren Piste nicht vom starken Schneetreiben und den diffusen Lichtverhältnissen ausbremsen lassen und war Heat für Heat vom Start bis ins Ziel von vorne gefahren, sodass seine Partnerin Hanna Ihedioha am Ende immer mit einem Vorsprung auf die Strecke gehen konnte. "Ich wollte Hanna Platz verschaffen, den sie dann runterfighten sollte. Das hat sie sehr gut gemacht. Ich bin happy, dass es zu der Bronzemedaille gereicht hat", freute sich Berg nach dem historischen Final-Lauf. Und auch Mixed-Partnerin Ihedioha stimmte in den Jubel mit ein: "Paul hat alles gegeben. Ich musste es nur noch runter bringen. Das hat es mir sehr erleichtert. Ich bin megahappy, damit hätte ich nie gerechnet."

Das zweite deutsche Mixed-Duo, bestehend aus Jana Fischer vom SC Löffingen und Leon Beckhaus, schied im WM-Viertelfinale als drittes Team des Vierer-Heats aus und belegte am Ende Rang elf, konnte aber mit dem Ergebnis zufrieden sein, wie WM-Debütantin Fischer bestätigte: "Kiko hatte auf mich als Dritter übergeben. Ich habe mich dann drangehängt, aber dann hat mich leider die Französin in den Neuschnee geschoben, womit unsere Chancen dahin waren. Es war mehr drin, aber Rang elf passt schon."

Auch Fischers Mixed-Teamkollege Leon Beckhaus konnte seiner zweiten WM-Teilnahme durchweg Positives abgewinnen: "Vor der Saison war es nicht klar, dass ich überhaupt zur WM fahren würde. Ich bin deshalb einfach glücklich, vor allem mit Platz acht im Einzel." Snowboardcross-Bundestrainer Benno Loer zog ebenfalls zufrieden Bilanz: "Das war eine runde Nummer, auch wenn im Einzel mehr drin gewesen wäre. Auch die Mädels haben im Mixed Nervenstärke bewiesen." Nach dem gelungenen WM-Auftritt fliegen die deutschen Snowboardcrosser jetzt zurück nach Deutschland, voller Vorfreude auf ein Heimspiel: von Freitag 8. bis Sonntag 10. Februar, gastiert die Snowboardcross-Weltelite bereits zum vierten Mal beim Weltcup auf der ebenso anspruchsvollen wie landschaftlich reizvollen, mit Rollern und Steilkurven gespickten Seebuck-Piste auf dem Feldberg.

Weltcup-Fahrplan am Seebuck:

Freitag, 8. Februar: 10.30 Uhr, Qualifikation, Männer. 13.15 Uhr: Qualifikation, Frauen. 19.30 Uhr: Public Heat-Präsentation im Badeparadies Schwarzwald. Samstag, 9. Februar: 10 Uhr: Einzel-Weltcups Männer und Frauen. Sonntag, 10. Februar: 9.45 Uhr: Weltcup-Mixed-Rennen.