Jahresversammlung der Vereinigung Hochrhein

Artenschutz für Schiedsrichter

Matthias Kaufhold

Von Matthias Kaufhold

Di, 06. Juli 2010 um 18:11 Uhr

Regio-Fußball

Auf dem Fußballplatz haben sie eine Menge auszuhalten. Schiedsrichter sind ständig Zielscheibe der Kritik, die oftmals in Beleidigungen und Gewalt ausartet. Sie fühlen sich als Freiwild und sehnen sich nach Zusammenhalt, zum Beispiel beim Treffen der Vereinigung Hochrhein.

FUSSBALL. Es ist manchmal wundersam, wie ein schriller Ton auf dem Fußballplatz der Evolution eine Bärendienst erweist. Die Spezies Mensch, die im Beruf oder am Herd zumeist mit Verstand vorgeht, bildet hier auf einmal wulstige Stiernacken, verwandelt sich in tollwütige Hunde, Unschuldslämmer oder ein Rudel zähnefletschender Wölfe. Alles nur wegen des Pfiffs eines Schiedsrichters, der, aufgeplustert wie ein stolzer Gockel oder aufgeregt flatternd wie ein ängstliches Huhn, in jedem Fall zum Abschuss freigegeben ist.

So sieht sie aus, die tierische Realität auf unseren Fußballplätzen. Und deshalb wundert es nicht, dass sich der Mann an der Pfeife als bedrohte Art begreift. Glücklicherweise gibt’s einmal pro Jahr ein Artenschutzprogramm namens Jahreshauptversammlung. Auf diesem Treffen betreiben die Schiedsrichter untereinander Seelenmassage, stärken den Zusammenhalt, ehren ihre Besten und ziehen daraus Kraft für die nächste Konfrontation mit ungezügelten Kickern.

Übertrieben ist das nicht. "Aggressionen, Beleidigungen und körperliche Gewalt nehmen immer mehr Formen an", schreibt Bezirksschiedsrichter-Obmann Ralf Brombacher (Kandern) in seinem Vorwort zur Versammlung der Schiedsrichter-Vereinigung Hochrhein, die sich am Montagabend in der Flößerhalle Wallbach traf. "Wir sind nichts mehr wert."

Folgerichtig nimmt die Zahl der Schiedsrichter, die sich am Hochrhein dieser Aufgabe Woche für Woche stellen, weiter ab: Unter den 279 ...

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