Regionalliga

SC Freiburg II und Bahlinger SC wollen nicht ins offene Messer laufen

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Von Toni Nachbar & Matthias Kaufhold

Di, 15. September 2020 um 19:29 Uhr

SC Freiburg

Mittwoch-Spiele in der Regionalliga: Der SC Freiburg II (gegen den VfR Aalen) und der Bahlinger SC (bei der TSG Balingen) sind für das gegnerische Umschaltspiel sensibilisiert.

Ungeschlagen gehen der SC Freiburg II und der Bahlinger SC in die erste von vielen Englischen Wochen in der Fußball-Regionalliga. Während die Bundesliga-Reserve des Sportclubs heute, 14 Uhr, leicht favorisiert den Ex-Zweitligisten VfR Aalen empfängt, wollen die Kaiserstühler von 19 Uhr an auch auf der Schwäbischen Alb beim Fast-Namensvetter TSG Balingen punkten.

SC Freiburg II will die Fehler von Walldorf vermeiden

Mit einem sehr guten Spiel und einem "ärgerlichen Ergebnis" (O-Ton Trainer Christian Preußer) ist der SC Freiburg II bei FC Astoria Walldorf (2:2) in die neue Spielzeit gestartet. "Wenn wir das gute Spiel wiederholen und die Fehler von Walldorf vermeiden, bin ich durchaus optimistisch, dass wir gegen Aalen gewinnen können", sagt Preußer, der eigentlich derzeit auf vorsichtigere Einschätzungen Wert legt. Denn seine junge Mannschaft befinde sich noch in einem Lernprozess, und zum Sammeln von Erfahrung gehöre auch, nicht durch zu euphorisches Nach-vorne-Stürmen einen sicher anmutenden Vorsprung zu verspielen.

Hinzu kommt, dass Preußer heute die Formation, die in Walldorf 70 Minuten lang sehr überzeugt hat, gegen die Aalener verändern muss: "Wegen seiner Roten Karte fehlt Claudio Kammerknecht. Er wurde für zwei Spiele gesperrt, aus unserer Sicht eine etwas zu harte Entscheidung. Weil aber bereits am Samstag das nächste Spiel bei Mainz II ansteht, werden wir, auch um die Belastungen zu verteilen, weitere Änderungen vornehmen", kündigte Preußer an.

Der VfR Aalen kommt mit der Empfehlung eines wertvollen 1:0-Heimsieges gegen den als sehr stark eingeschätzten TSV Steinbach Haiger und einer unerwartet hohen 1:4-Niederlage bei der TSG Balingen ins Freiburger Mösle. "Beide Ergebnisse sind zu relativieren", sagt Preußer, "gegen die guten Steinbacher brauchten die Aalener auch etwas Glück, in Balingen waren sie recht gut, die Niederlage gegen einen sehr effizienten Gegner ist zu hoch ausgefallen."

Vor allem auf die Aalener Stärke bei Offensiv-Standards und deren schnelles Umschaltspiel will die U 23 des Sportclub heute gut vorbereitet sein. Auf Unterstützung durch treue Fans muss die Bundesliga-Reserve aber gänzlich verzichten , denn nur die engsten Familienangehörigen der Spieler dürfen das Spiel besuchen. Für Aalener Zuschauer gibt es wegen der Corona-Auflagen keinen Zutritt ins Stadion.

Bahlinger SC trifft auf Gegner mit ähnlicher Spielanlage

Nach Punktgewinnen gegen zwei spielstarke Teams, die auf Ballbesitz aus sind (0:0 bei Kickers Offenbach und 1:0 gegen 1899 Hoffenheim II), stellen die Bahlinger Trainer Axel Siefert und Dennis Bührer ihre Mannschaft nun auf eine gänzlich andere Konstellation ein. "Balingen überlässt gerne dem Gegner den Ball und setzt auf schnelles Umschaltspiel", hat Siefert beobachet. Der Löffinger Ex-Profi Martin Braun lässt als TSG-Trainer also ungefähr so spielen, wie auch die Kaiserstühler zuletzt zum Erfolg gekommen sind. "Wir werden aber nicht von unserer Marschroute abweichen und ins offene Messer laufen", macht Siefert deutlich. Gut möglich also, dass beide Seiten am Mittwoch zunächst das Risiko scheuen und sich abwartend gegenseitig belauern.

Im vergangenen Jahr gewannen die Bahlinger den Vergleich im Zollernalbkreis mit 2:0 (Tore Häringer und Klein). Zu diesem Zeitpunkt aber war Braun noch nicht im Amt, und die Schwaben spielten mit elf Punkten in 23 Spielen eine desaströse Runde. Nur der konzertierten Nichtabstiegsregelung wegen des coronabedingten Saisonabbruchs verdankten sie wohl den Klassenerhalt.

Den Rot-Weißen stehen auf der Alb Faiz Gbadamassi (Sprunggelenksverletzung), Amaury Bischoff (Innenbanddehnung in Knie), Ilber Lokaj (Bänderriss), Maximilian Resch, Maximilian Faller (beide Trainingsrückstand) sowie der Langzeitverletzte Fabian Nopper nicht zur Verfügung. Amir Falahen könnte zumindest wieder auf der Bank Platz nehmen. Dass Spieler wie Hasan Pepic und Santiago Fischer gegen Hoffenheim erst in Halbzeit zwei kamen, ist laut Siefert "zu hundert Prozent der Belastungssteuerung geschuldet". Diese Saison ähnele schließlich "einem Marathon und nicht einem 100-Meter-Lauf", so Siefert.