Freiburger Sportmedizin

Doping-Akten wurden versteckt – einige sind verschollen

Andreas Strepenick und Andreas Frey

Von Andreas Strepenick & Andreas Frey

Mi, 08. April 2015 um 10:32 Uhr

Sportpolitik

Bei der Aufarbeitung des Dopingskandals an der Uni Freiburg hat die Untersuchungskommission wiederholt bemerkt, dass wichtige Akten fehlen. Einige sind inzwischen wieder aufgetaucht, andere bleiben verschollen.

Versteckt, verschollen, vorenthalten: Erstaunlich viele Unterlagen über die Vergangenheit der Freiburger Sportmedizin konnten erst in einem quälend langen Prozess aufgespürt werden. Letizia Paoli, die Vorsitzende der Untersuchungskommission, kämpfte fünf Jahre lang um jedes einzelne Blatt Papier. Sie schrieb Hunderte von Briefen, forschte nach, grub tiefer, ließ sich nicht abwimmeln.

Sie hob die größten Aktenschätze erst Ende vergangenen Jahres – ausgerechnet in dem Moment, als sie sich geweigert hatte, dem Druck der Freiburger Universität nachzugeben und ihre Arbeit vorzeitig zu beenden. Stattdessen bohrte Paoli weiter – und kann nun, nach der Freigabe der Akten aus dem Prozess gegen Armin Klümper, das systematische Doping des Gurus aus dem Mooswald belegen. Was sich sonst noch vor den Blicken der Kommission verbarg, welche Unterlagen bis heute nicht gefunden werden konnten – eine Übersicht.

DIE KEUL-AKTEN

Ende 2009 übernimmt Letizia Paoli die Leitung der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin von ihrem schwer erkrankten Vorgänger Hans Joachim Schäfer. Sie findet vor: nichts. Die Unterlagen von Joseph Keul, dem früheren Chef der Sportmedizin an der Universitätsklinik, sind verschwunden. Es handelt sich, wie Paoli später herausfinden wird, um drei Regalmeter Akten. Die gesamte Korrespondenz der achtköpfigen Kommission, die immerhin schon im August 2007 von der Universität eingesetzt worden war, ist nicht mehr aufzufinden.

Verschollen sind auch Aktenordner weiterer ...

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