Schiebebube greifen zum Stecken

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Do, 09. März 2017

Stegen

Ob zur Winteraustreibung oder als feuriger Start in die Fastenzeit: Am Samstag werden in Eschbach wieder Scheiben geschlagen.

STEGEN. Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Von wegen! Der Spruch galt in ländlichen Gebieten historisch gesehen nur für die reichen Bauern und deren Fasnetsbräuche. Die Knechte und Mägde kamen erst danach mit ihrer Burefasnet zum Zug und beerdigten die alte Fasnet am Sonntag danach. Das Schiebeschlage, bei dem glühende Holzscheiben mit einem Haselstecken schwungvoll über die Schiebebank gezogen werden, die dann wie Feuerräder vom Berg ins Tal fliegen, beendete dann symbolisch die ausgelassene Zeit.

Im Jahre 1090 hatte dies verheerende Folgen, denn das südhessische Kloster Lorsch brannte dabei völlig aus. Dieses Datum ist gleichzeitig auch das erste dokumentierte Zeugnis dieses Brauchs. Über den eigentlichen Ursprung des Scheibenschlagens gibt es unterschiedliche Theorien. Die einen sehen darin eine ehemals heidnische Feier zur Vertreibung des Winters, die es bereits in keltischen Zeiten gegeben haben soll. Dies wird nur deshalb vermutet, weil das Scheibenschlagen oder eben Schiebeschlage überwiegend in Regionen verbreitet ist, in denen es auch keltische Spuren gibt. Plausibler scheint, dass überkommene Riten zur Winteraustreibung in einen christlichen Zusammenhang gebracht wurden, um den Beginn der Fastenzeit zu markieren.

Wie ...

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