Schöne Bescherung

Eine Tüte Blumensamen aus Stuttgart löst in Bremen Giftalarm aus

Eckhard Stengel

Von Eckhard Stengel

Mo, 23. Dezember 2019 um 17:40 Uhr

Kolumnen (Sonstige)

Ein freundlicher Weihnachtsgruß des baden-württembergischen Umweltministeriums hat kürzlich in Bremen einen Giftalarm ausgelöst. Der Umschlag war ohne Absender auf die Reise gegangen.

Der Brief des Ministers Franz Untersteller an seine Bremer Amtskollegin und Grünen-Parteifreundin Maike Schaefer war einer Behördenmitarbeiterin verdächtig erschienen: keine Absenderangabe auf dem Umschlag, aber innendrin deutlich spürbar ein Tütchen mit einer suspekten Substanz. Womöglich ein giftiges Pulver?

Heutzutage müssen Politikerinnen und Politiker ja mit allem rechnen. Vorsichtshalber rückten Polizei, Bundespolizei und Feuerwehr mit einem Großaufgebot an. Sie sperrten das Behördenhochhaus weiträumig ab, Spezialisten in Schutzanzügen öffneten gaaaanz vorsichtig den verdächtigen Umschlag.

Weihnachtsgrüße mit einer kleinen Zugabe

Zum Vorschein kamen eine Weihnachtsklappkarte des Ministers und eine kleine Aufmerksamkeit zum Fest: ein Tütchen mit Blumensamen der Sorte "Wildbienen- und Schmetterlingssaum". Die Polizei teilte nach dem Großeinsatz nur mit, dass es sich bei dem verdächtigen "pulverartigen Inhalt" um eine "harmlose Substanz" handelte. Was und wer dahintersteckte, machte jetzt nachträglich der Weser-Kurier publik.

Ein Sprecher des Umweltministeriums in Stuttgart bestätigte am Montag auf Nachfrage den Vorgang: Wie jedes Jahr habe das Ministerium Weihnachtsgrüße "mit einer kleinen Zugabe" verschickt, an insgesamt rund 2500 Empfänger. Und anfangs ohne Absender.

Denn das Ministerium klebte Wohlfahrtsmarken auf die Umschläge, statt seine Frankiermaschine mit integrierten Absenderangaben zu nutzen. Als dann aber die Kunde vom Bremer Fehlalarm eintraf, "haben wir händisch gestempelt", so der Sprecher. "Außerdem haben wir sicherheitshalber die ministeriellen Adressaten kurz per Mail über den Absender informiert." Kommentar des Pressesprechers: "Es ist traurig, dass wir offenbar in einer Zeit leben, in der wir Weihnachtspost nicht mehr arglos verschicken und öffnen können."