Freiburger Uni scheitert

dpa

Von dpa

Sa, 20. Juli 2019

Südwest

Die Hochschule wird keine "Exzellenzuniversität" / Vier andere Unis aus dem Land erringen den Titel.

FREIBURG/BONN (tst/dpa). Bei der Wahl der elf deutschen Spitzenuniversitäten im Rahmen der sogenannten Exzellenzstrategie ist die Freiburger Universität am Freitag gescheitert. Sie konnte sich mit ihrem Konzept "Connecting Creative Minds" in der Konkurrenz mit 18 weiteren Hochschulen und Hochschulverbünden nicht durchsetzen. Damit entgeht ihr eine zusätzliche Förderung in Millionenhöhe.

"Wir sind bitter enttäuscht", kommentierte Unirektor Hans-Jochen-Schiewer die Nachricht nach der Bekanntgabe. Er forderte die im Rektorat versammelten Angehörigen der Hochschule auf, den mit dem Antrag für die Exzellenzstrategie begonnenen Weg fortzusetzen: "Wir sind eine der besten deutschen Universitäten, und wir werden es auch bleiben."

Die elf künftigen Exzellenzuniversitäten werden von Bund und Ländern mit jeweils bis zu 15 Millionen Euro jährlich gefördert. Dies soll es ihnen ermöglichen, mehr Spitzenforschung zu betreiben und im internationalen Wettbewerb mitzuhalten. "Wir können in den kommenden Jahren herausragende Forschungsergebnisse erwarten", sagte Bundeswissenschaftsministerin Anja Karliczek (CDU) nach der Bekanntgabe.

Gefördert wird der Berliner Verbund aus Humboldt-Universität, Technischer Universität, Freier Universität und der Universitätsmedizin Charité. Den Exzellenzstatus erhalten außerdem die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die TU Dresden, die Universität Hamburg, die Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Konstanz, die Eberhard Karls Universität Tübingen, die Ludwig-Maximilians-Universität München sowie die dortige TU.

Nach Bundesländern gerechnet, ist Baden-Württemberg Gewinner des Wettbewerbs: Vier Hochschulen aus dem Land sind nun Exzellenzuniversitäten.

Ausgewählt wurden die Sieger von einer Kommission, der neben Karliczek die zuständigen Landesminister sowie internationale Experten angehörten. Die Entscheidung über die Auswahl war den Angaben zufolge einstimmig.

Kritisch äußerten sich Oppositionspolitiker. Auch die nicht ausgewählten Universitäten leisteten herausragende Arbeit und müssten diese ohne Abstriche und Reputationsverluste fortsetzen können, sagte Kai Gehring, Forschungspolitiker der Grünen. Sein FDP-Kollege Thomas Sattelberger bemängelte, dass in den Flächenländern in Ostdeutschland nur die TU Dresden zum Zug gekommen ist. "Wir müssen dringend in den Forschungs- und Innovationsaufbruch Ost investieren", forderte er. Die hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Nicole Gohlke, kritisierte, durch den Exzellenzwettbewerb werde eine Stärke des deutschen Hochschulwesens ausgehöhlt: "die hohe Qualität in der Breite".