Job-Start-Börse 2019

Überzeugend wirken: So punkten Introvertierte im Bewerbungsgespräch

Isabelle Modler

Von Isabelle Modler (dpa)

Di, 28. Mai 2019 um 10:06 Uhr

Anzeige Zum Leidwesen introvertierter Menschen setzen sich scheinbar laute Mitbewerber leichter durch – besonders wenn in einem Raum mehrere Bewerber gleichzeitig sind. Hier gibt es Tipps!

Vorbereiten

In einer Art Rollenspiel können sich stille Menschen auf mutmaßliche Fragen vorbereiten. "Idealerweise trainieren Sie die Vorstellungssituation mit Freunden oder einer Vertrauensperson", rät Karrierecoach Martin Wehrle. Wichtig: mehrere Durchgänge machen, mindestens drei. Am Anfang sind Introvertierte seiner Erfahrung nach noch verlegen, im Laufe des Trainings gewinnen sie an Sicherheit. Wehrle empfiehlt: "Fragen Sie nach jedem Durchgang, was war gut, was kann ich noch besser machen?"

Stärken nennen

Introvertierte Menschen loben sich meist nicht gerne selbst. Werden sie in einem Vorstellungsgespräch nach ihren Stärken gefragt, sind sie deshalb mitunter schweigsam oder verlegen. Wehrle kennt einen Trick: "Verpacken Sie Lob als Zitat." Am besten erzählen Bewerber von einer konkreten Situation, in der andere – etwa ein Kollege, der Chef oder ein Kunde – sie und ihre Leistung positiv bewertet haben. Durch das Beispiel können Bewerber ihre Aussage zusätzlich belegen. Klischees dabei vermeiden.

Diese Unternehmen stellen sich bei der Job-Start-Börse 2019 vor:



Schwächen angeben

Auch bei den Schwächen rät Wehrle davon ab, Klischees herunterzubeten, wie "ich bin ungeduldig und arbeite deshalb sehr schnell". Besser: "Nennen Sie Schwächen aus der Vergangenheit und beschreiben Sie den Entwicklungsweg, wie Sie daran gearbeitet haben", sagt der Buchautor. Oder: Man gibt Schwächen an, die für die ausgeschriebene Stelle nicht relevant sind.

Überzeugen

Befinden sich mehrere Bewerber gleichzeitig in einem Raum, ist es für Introvertierte oft besonders schwer, Gehör zu finden. "Fragen Sie sich, wie Sie sich fachlich ins Gespräch einbringen können", erläutert der Coach. "Oft ist es einfacher, wenn man als Anwalt für einen Standpunkt auftritt, statt als Lautsprecher für die eigene Person", erklärt er. In der Diskussion können ruhige Menschen gut die moderierende, reflektierende Rolle einnehmen. "Fassen Sie den Stand der Diskussion zusammen, vertiefen Sie bereits genannte Standpunkte", so Wehrle.

Auch gut: komplexe Gedankengänge, die Introvertierte seiner Überzeugung nach oft haben, offen darzulegen. "Nennen Sie Pro und Kontra und welche Position überwiegt."