Wann geht der Knoten auf?

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mo, 04. Januar 2021

Skilanglauf

Skilangläufer Janosch Brugger wird bei den Tour-de-Ski-Rennen in Val Müstair 45. und 49. und wird auch in Toblach starten.

. Der erhoffte Durchbruch ist Janosch Brugger bei der zweiten Etappe der Tour de Ski in Val Müstair (Schweiz) nicht gelungen. Der 23-jährige Langläufer der WSG Schluchsee hatte sich nach Rang 47 im Skating-Sprint an Neujahr auf sein erstes Weltcuprennen in diesem Winter im klassischen Stil gefreut. Denn der Lenzkircher mag den Massenstart über 15 Kilometer. Angesichts der hinteren Startplätze der sechs Deutschen bestehe die Hauptaufgabe allerdings darin, sich im Feld erst mal nach vorne zu arbeiten, hatte Brugger nach dem Auftakt betont. Nach der ersten von vier Runden lag er am Samstag auf Rang 37, nur 9,2 Sekunden hinter dem führenden Russen Alexander Bolschunow. Doch in der zweiten Runde folgte der Dämpfer: Nachdem schon seine Teamkameraden Jonas Dobler und Florian Notz gestürzt waren, erwischte es wenig später in einer Abfahrt auch den Hochschwarzwälder. Zwar rappelte er sich schnell wieder auf, doch der Schwung war weg und etliche Konkurrenten hatten ihn passiert. "So eine Lücke läuft man auch mit einem Sahnetag nur schwer wieder zu", erklärte Brugger gegenüber der BZ.

Als er als 45. der 77 Finisher ins Ziel lief, war sein Rückstand auf den überlegenen Sieger Bolschunow (34:09,8) auf 2:36,5 Minuten gewachsen. Einschließlich des Sprint-Ergebnisses betrug Janosch Bruggers Rückstand vor dem Start in die Verfolgung am Sonntag 3:42 Minuten. Im Wellenstart ging er nach ergiebigen nächtlichen Schneefällen im Münstertal zusammen mit vielen anderen 3:20 Minuten hinter dem Spitzenreiter ins Rennen über 15 Kilometer Freistil. Mit Blick auf die ausstehenden Klassikrennen in Toblach und Val di Fiemme sollte er in seiner schwächeren Technik Kräfte sparen: "So bin ich möglichst schonend mit einer Gruppe mitgeschwommen."

Auch wenn bei vollem Einsatz "sicher auch mehr drin gewesen" wäre, weil es ihm von Tag zu Tag besser gehe und die Ski sehr gut liefen, sei das bestimmt die richtige Entscheidung gewesen. Die Gesamtwertung der Tour de Ski spiele für ihn eine untergeordnete Rolle, deshalb lässt sich der jüngste deutsche Starter von Rang 49 und aktuell 5:31 Minuten Rückstand auf den Favoriten Bolschunow nicht entmutigen. Auf den Vorschlag der Trainer um Teamchef Peter Schlickenrieder, zugunsten eines weiteren Trainingsblocks aus der Tour auszusteigen, ging der Hochschwarzwälder nicht ein.

"Wir haben den ganzen Sommer trainiert und ich will und muss auch mal im Wettkampf antreten", erklärt Brugger. Deshalb sei die Fortsetzung des Etappenrennens in Italien "für mich der richtige Weg", begründet er seine Entscheidung, auf die der nächste Corona-Test folgte. In Toblach wird die Tour am Dienstag mit einem Skatingrennen über 15 Kilometer fortgesetzt, am Mittwoch folgt ein Verfolgungsrennen im klassischen Stil über dieselbe Distanz.