Wasser spielt bedeutende Rolle

Edelgard Bernauer

Von Edelgard Bernauer

Mi, 26. Juni 2019

Stühlingen

Brunnen prägten einst die Hohenlupfenstadt Stühlingen.

STÜHLINGEN. Wo sind sie geblieben, die vielen schönen alten Brunnen, die einst zur Belebung des Stühlinger Stadtbildes beitrugen? Wer nach der Gemeindereform auf die Idee gekommen war, Brunnen zu demontieren, weiß keiner mehr so genau. Einige Relikte blieben aber noch erhalten. So der Städtlebrunnen (erbaut 1884) und der Brunnen im Judenwinkel (1849), sowie ein weiteres Exemplar hinter dem alt-katholischen Pfarrhaus (erbaut 1869).

Standortwechsel
Zu den großen alten Brunnen zählt auch der Johannisbrunnen (1893), der bei der Sanierung der Unterstadt lediglich versetzt worden war. Von jeher dient auch der Brunnen eingangs des Galgenbucks (1859) als Wasserspender für Mensch und Tier. Weshalb aber wurden die großen Brunnen vor dem ehemaligen Gasthaus Lang und beim Anwesen Limberger entfernt? Eines Tages waren diese verschwunden.

Kleine Hausbrunnen
Brunnen befanden sich auch beim Haus Mahler am Stadtweg, im Unterdorf, an der Bahnhofstraße, unterhalb des Klosterwäldles und beim Wessbecherareal. Kleine Hausbrunnen gab es in großer Zahl, die aber ebenfalls verschwunden sind. So am ehemaligen Hause Bermann in der Altstadt, beim Anwesen Pflanzl und Haus Kornhaas/Litschmann am Stadtweg.

Das Bächle, das während der Ägide des damaligen Bürgermeisters Ernst Rees entlang der Schindergasse in Richtung Wutach fließen sollte, war kurz nach Fertigstellung vertrocknet. Trocken scheint auch der eiserne Brunnen auf dem Gelände des ehemaligen Schlosshofes zu sein. All diese Brunnen wurden einst zur Wasserversorgung der Bevölkerung und des Viehs errichtet.

Spende an die Stadt
Im Städtle gab es früher fast in jedem Haushalt nicht nur Ziegen, sondern auch große Nutztiere. Beispielsweise bei den Bauernhäusern Franz Büche, Ernst Groß und Helmut Mond. Erst um 1900 bekam Stühlingen eine öffentliche Wasserversorgung, gespeist aus den ergiebigen Spießenbergquellen, bekannt als "Aqua Spießberga". Relativ neu ist der Brunnen vor dem Feuerwehrhaus. Der Brunnentrog trägt die Jahreszahl 1864 eingemeißelt, steht aber erst seit etwa 1990 an seinem jetzigen Platz. Er stammt aus dem Fundus eines Albbrucker Bürgers, der gut erhaltenes altes Baumaterial hortet und der Wiederverwertung zuführt.

Ein Wasserspender entstand im Zuge der Unterstadtsanierung. Dort sprudelt seither ein kleiner Springbrunnen im ehemaligen "Pärkli". Das "Pärkli" heißt seither "Franz Kehl Pärkli", denn es war Ehrenbürger Franz Kehl, der der Stadt dieses nette Geschenk gemacht hat.

Die Stühlinger Wasserversorgung wurde um das Jahr 1900 aufgebaut. Öffentliche Brunnen entstanden schon viel früher. Die Altstadt-Brunnen bieten allerdings kein Trinkwasser.