Polizisten verletzt

Antifa belagert Wahlkampfstände der AfD in Weil und Lörrach

Hannes Lauber, Kathrin Ganter & Jonas Hirt

Von Hannes Lauber, Kathrin Ganter & Jonas Hirt

Sa, 06. März 2021 um 13:04 Uhr

Weil am Rhein

In Weil am Rhein protestieren Gegner des AfD-Landtagskandidaten Dubravko Mandic an dessen Wahlstand. Das Geschehen verlagert sich nach Lörrach, dort kommt es zu Körperverletzungen.

Aktualisiert am Samstag, 6. März, um 16.07 Uhr

Die Demonstration der Mandic-Gegner am Samstag war von der Stadt Weil am Rhein genehmigt worden, die Polizei beobachtete des Geschehen mit zahlreichen Einsatzkräften. Den Demonstranten war zur Auflage gemacht worden, dass sie sich hinter einer Absperrung in der Rathauspassage aufhalten, Masken tragen und auf die Abstandsregeln achten. Die Polizei hat für den Tag zusätzliche Kräfte aus dem Landkreis und teilweise auch vom Polizeipräsidium Einsatz zusammengezogen.

Die ersten Teilnehmer versammelten sich kurz vor 10.30 Uhr in der Passage, zunächst nur etwa ein Dutzend, im weiteren Verlauf gut 50 Personen, wie die Polizei schätzte. Mit Zurufen versuchten sie, Mandic in eine Debatte zu verwickeln, und forderten ihn auf, "wieder nach Freiburg" zu gehen, er habe "hier in Weil nichts verloren".

Mandic weigert sich, Maske zu tragen

Aufgrund der Nähe der Demonstration zum AfD-Stand – der Abstand betrug nur wenige Meter – kam es zwischen den Wahlkämpfern und Passanten zu keinem Gespräch oder Meinungsaustausch mehr. Nach 20 Minuten packten die AfD-Leute ihren Wahlstand zusammen und fuhren davon. Die Gegendemonstranten erklärten ihre Veranstaltung daraufhin für beendet und zerstreuten sich ebenfalls. Die Polizei behielt die Situation aber im Auge, zumal seitens der Demonstrations-Leitung nach dem Ende der Weiler Veranstaltung Überlegungen angestellt wurden, ihren Protest kurzfristig nach Lörrach zu verlegen.

Dubravko Mandic meldete sich gegen 11.30 Uhr per Video auf Instagram zu Wort. Darin diskutiert er in Lörrach mit dem Vollzugsdienst, weil er sich weigert, eine Maske aufzusetzen und seine Personalien herauszugeben. "Machen Sie sich nicht so wichtig? Für was sind Sie in die Schule gegangen? Um Strafzettel zu verteilen wegen Maskentragen? Sie sollten sich schämen", herrscht er den Vollzugsdienstmitarbeiter an.

Zwischenfall in Lörrach

Auch der Gegenprotest verlagerte sich von Weil am Rhein nach Lörrach. Zur Mittagszeit versammelten sich rund 50 Menschen auf dem Marktplatz in Lörrach – Mandic selbst war zu diesem Zeitpunkt aber schon nicht mehr vor Ort. Er fuhr zum Stand der AfD nach Schopfheim – und meldete sich dort aus der Innenstadt um kurz vor 12.30 Uhr in einem Video zu Wort. Aus Schopfheim meldetet die Polizei am frühen Nachmittag noch keine Zwischenfälle. Mandics Wahlkampftour führte ihn weiter nach Todtnau, von wo aus er ebenfalls ein Video postete.

In Lörrach kam es derweil um kurz vor 13 Uhr zu einem Zwischenfall. Nachdem ein Mann außerhalb des eigentlichen Geschehens rechte Parolen rief, wurde er von einem Demonstranten aus dem Umfeld der Antifa attackiert. Er schlug den Mann zu Boden und trat auf ihn ein. Das Opfer wurde verletzt und von der Polizei vom Platz eskortiert.

Drei Polizisten werden leicht verletzt

Bei der Festnahme dreier Verdächtiger wurden die Polizeibeamten tätlich angegriffen. Drei Beamte wurden leicht verletzt, teilte die Polizei gegen 16 Uhr mit. Im Zusammenhang mit der Einsatzlage kam es noch zu zwei weiteren Festnahmen.

Im Nachgang sammelten sich etwa 20 Personen vor dem Polizeirevier Lörrach. Diese Personen warteten dort auf die fünf vorläufig Festgenommen. Durch die Polizei wurden zwei Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beleidigung und Nötigung, ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und zwei Verfahren wegen tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte eingeleitet.