Miteinander

Wie können wir eigenaktiv das Milieu verbessern?

Mattheo Pfleger

Von Mattheo Pfleger (Sölden)

Di, 16. Juni 2020

Leserbriefe

Zu: "Mir stößt in diesem Zusammenhang sehr die offenkundige Doppelmoral auf", Zuschrift von Eduard Erhart (Forum, 6. Juni)
Danke für den lesenswerten Kommentar. In solch einer Krise wie Corona könnten wir davon profitieren, wenn wir uns verschiedener Blickwinkel auf das Geschehen bedienen und das Beste aus diesen Bereichen nutzen. In Bezug auf die menschliche Gesundheit gibt es schon lange die unterschiedlichen Sichtweisen der Pathogenese und der Salutogenese.

Es scheint mir, dass sich unsere Sichtweise momentan stark auf die Pathogenese konzentriert: Was ist das für ein Virus, was macht es im Körper und wie können wir es effektiv bekämpfen? Diese Herangehensweise hat ihre Berechtigung, würde aber, vor allem langfristig gesehen, von ergänzenden Maßnahmen profitieren. Die Salutogenese fragt: Was können wir tun, um unsere Resilienz, unsere Abwehrkräfte, unsere körperlichen und psychischen Ressourcen so zu stärken, dass wir durch dieses Virus und andere Krankheitserreger nicht schwer krank werden? Dazu gibt es bewährte theoretische und praktische Konzepte.

Eine Sonderform der salutogenetischen Denkweise ist die Idee, dass das Milieu, auf das ein Virus oder andere Erreger treffen, eine zentrale Rolle im Krankheitsverlauf spielt. Wissenschaftler prägten die Überzeugung, dass es auf das körperliche Milieu ankommt, ob eine Mikrobe krank machen kann. Wir könnten viel davon profitieren, wenn wir uns als Einzelne und als Gesellschaft fragen, wie wir eigenaktiv das Milieu so verbessern können, dass Viren darin keinen großen Schaden anrichten. Mattheo Pfleger, Sölden