Impfen

Wir können davon einstweilen nur träumen

Rudolf Günther

Von Rudolf Günther (Freiburg)

Di, 06. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Impfpass für die Freiheit", Gastbeitrag von Lüder Gerken (Kommentar & Analyse, 20. März)

Lüder Gerken fordert in seinem Gastbeitrag die Öffnung von Hotels, Gaststätten, Kinos und Sportstudios für Geimpfte. Ich wäre ihm dankbar, wenn er allen Impfwilligen schnellstmöglich einen Termin besorgen würde. Bisher sind keine vier Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft, fast 90 Prozent überhaupt noch nicht. Das Argument Masern sticht nicht. Hier kann jedes Kind sofort geimpft werden, wenn dessen Eltern es wollen.

Bei Covid-19 versuche ich seit einem Vierteljahr vergeblich, einen Termin zu bekommen. Und ich bin bei meinem Bemühen gewiss nicht allein. Wenn ich schon darunter leide, dass nicht genügend Impfstoff verfügbar ist, dann soll ich auch noch zusehen, wie andere "Glückliche" all den Freizeitbeschäftigungen, die auch mir das Leben lebenswert machen, nachgehen. Die entgangenen alpinen Wintersport- und Sommer-Urlaube sollte man noch hinzufügen. Und wenn ich, 80+, dann endlich geimpft bin, ist es meine jüngere Frau noch lange nicht. Soll sie dann zu Hause bleiben, wenn ich mit Impfpass mit anderen die Freiheit teile? Es ist leider so, dass dieses Vergnügen erst dann erlaubt werden kann, wenn eine deutlich erhöhte Durchimpfung gewährleistet ist.

Das ist in den als Beispiel genannten Ländern der Fall. Insofern ist auch hier ein Vergleich nicht zielführend. Wir können davon einstweilen eben nur träumen und uns dafür bei unserer Regierung bedanken. Ich wäre auch ungeimpft jederzeit bereit, die Hotels, die Gaststätten und das Sportstudio zu besuchen, die nach dem ersten Lockdown alle Vorsichtsmaßnahmen hervorragend umgesetzt haben. Ich habe mich dort immer sehr sicher gefühlt. Aber es darf jetzt leider ja nicht mehr sein. Rudolf Günther, Freiburg