Bildanteil

WIR MÜSSEN REDEN: Schmuckstück auf jeder Seite

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Sa, 06. Juni 2020

Wir müssen reden

Im Idealfall soll es ein Blickfang mit Aussagekraft sein, das sogenannte Aufmacherbild einer Zeitungsseite. Der primäre Zweck von Foto oder Illustration ist derselbe: einen Anreiz fürs Hinschauen und Reinlesen zu schaffen.

Allerdings gibt es noch weitere Funktionen, die Bilder in der Zeitung erfüllen sollen und können. Es gibt Fotografien, die für sich allein genommen schon eine Nachricht sind. Es werden aber auch solche veröffentlicht, die durch ihren Inhalt die Aussagen des Textes erweitern. Manche sind dagegen sogenannte Schmuckbilder – einfach gute Fotografien, so wie die immer mal wieder abgedruckten Leserfotos.

Auf die Bebilderung verzichten könnte jedoch der eine oder andere Leser mit Freude, wenn dann mehr Texte ihren Weg in die Zeitung finden würden. Doch auch die Fotografie ist eine journalistische Form. Eine Auflockerung durch Bilder entspricht zudem dem veränderten Leseverhalten der Mehrheit. Visuelle Elemente lassen die Leserin und den Leser öfter in den dazu gehörenden Text reinlesen, weiß die Medienwissenschaft aus der Leseforschung zu berichten. Bilder haben für Zeitungsproduzenten also eine wichtige Wirkung als Appetizer für die Leser.

Das ist der Grund, warum alle Printmedien Richtlinien für ihr Erscheinungsbild haben. Bei der Badischen Zeitung ist es der sogenannte Layout-Leitfaden, in dem zum Beispiel Schriftart, Schriftgröße, Abstand der Texte zueinander und das Text-Bild-Verhältnis festgelegt sind. Mindestens 20 Prozent Bildanteil auf jeder Seite: So lautet die Vorgabe. Eine Zeitungsseite nur mit Texten wird also kaum in der BZ zu finden sein – aber Bilder, die nicht immer eine Zusatzinfo liefern, sondern einfach mal nur optisch bereichern.