Leserbriefe

WIR MÜSSEN REDEN: Sich von guten Texten trennen

Manuela Müller

Von Manuela Müller

Sa, 02. Mai 2020

Wir müssen reden

Das Mitteilungsbedürfnis ist in diesen Zeiten groß, doch die Möglichkeiten, es auszuleben, sind gering. Das Zusammensitzen mit einem Freund fällt weg, und das Schwätzchen mit der Bekannten, die man zufällig beim Einkaufen trifft, fällt verhaltener aus als sonst. Dennoch: Wir Menschen sind (in der Regel) soziale Wesen und wollen uns austauschen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass im Forum, seit das Coronavirus in der Region ist, deutlich mehr Zuschriften ankommen als noch im Januar. Waren es damals etwa 100 pro Woche, stieg die Zahl der E-Mails zunächst auf ungefähr 500 pro Woche an. Seit Ostern erhalten wir wöchentlich um die 300 Zuschriften. Über dieses Vertrauen freuen wir uns. Allerdings verursacht die Vielzahl auch einen gewissen Schmerz: einen Trennungsschmerz. Denn von vielen Leserbriefen müssen wir uns nach der Lektüre trennen, so sachlich und gut argumentiert sie auch geschrieben sind. Nur etwa 25 bis 30 Zuschriften können jede Woche in der BZ erscheinen.

Dass sich Leserinnen und Leser darüber ärgern, wenn ihr Text nicht gedruckt wird, ist nachvollziehbar – sicherlich ist das aber auch die Schwierigkeit, aus einer Menge guter Zuschriften nur etwa zehn Prozent auswählen zu können. In dieser Situation ist es uns wichtig, dass eines der Hauptkriterien dafür beachtet wird: Ein Leserbrief muss einen Bezug zu einem aktuellen BZ-Artikel haben. Denn, obwohl die Berichte aus dem veränderten Alltag der Leserinnen und Leser interessant und lesenswert sind, können wir diese nicht auf den Forum-Seiten unterbringen.