Rüstungsausgaben

Wir sollten uns nicht am gefährlichen Spiel erneuter Aufrüstung beteiligen

Markus Weber

Von Markus Weber (Freiburg)

Do, 01. April 2021

Leserbriefe

Zu: "Sicherheit kostet nun einmal Geld", Interview von Jan Dörner mit Annegret Kramp-Karrenbauer (Politik, 17. März)

Frau Kamp-Karrenbauer will, dass jetzt sobald wie möglich eine breite öffentliche Debatte zum Afghanistan-Einsatz geführt wird. Daran möchte ich mich gern beteiligen, denn ich bin zur Überzeugung gelangt, dass Militäreinsätze im Ausland erwiesenermaßen ineffektiv und unverantwortlich sind.

Denn gewaltsame Militär-Interventionen und Aufrüstung erzeugen keine Sicherheit, sondern vergrößern die weltweite Unsicherheit. Das zeigen die gescheiterten Interventionen in Afghanistan, aber auch in Libyen und im Irak. Investitionen in rechtzeitige zivile Krisenprävention ist dagegen sehr viel billiger, effektiver und nachhaltiger. Deutschland und die EU sind bereits starke und weltweit anerkannte Akteure in der gewaltfreien Mediation von Konflikten und in der zivilen Vorbeugung von Krisen.

Deshalb sollten wir nicht wie geplant 70 bis 80 Milliarden Euro pro Jahr in die Bundeswehr, sondern in die Bekämpfung der Klimakrise und von Fluchtursachen investieren, in die Stärkung der UNO, der WHO und für weltweite Zusammenarbeit. So schaffen wir ein Klima des Vertrauens und der Kooperation. Nur so können wir die enormen weltweiten Herausforderungen bewältigen. Ja, als Deutsche sollten wir Verantwortung übernehmen; aber nicht durch militärische Gewalt, wie dies allenthalben assoziiert wird.

Wir haben 1989 eine gewaltfreie Revolution geschafft und sollten uns nicht weiter am gefährlichen Spiel erneuter Aufrüstung beteiligen. Vielmehr muss es uns um Kooperation statt um Militär, um Friedenslogik statt um Sicherheitslogik gehen.Markus Weber, Freiburg