St. Blasien

Woher mag der enorme Reichtum des Klosters gekommen sein?

Matthias Heldmann

Von Matthias Heldmann (Kirchzarten)

Sa, 27. März 2021

Leserbriefe

Zu: "Der Schatz der Mönche", Beitrag von Johannes Adam (Magazin, 13. März)

Bei all der Begeisterung, die der Autor Johannes Adam für den Abt und Musiker Martin Gerbert zeigt, tauchen bei mir Fragezeichen auf. Ich frage mich, woher denn der enorme Reichtum gekommen sein mag, mit dem es dem Kloster St. Blasien unter Abt Gerbert möglich war, einen derartigen Protzbau hinzustellen, wenn auch nicht barock-üppig, sondern eher klassizistisch-streng. Wenige Jahre zuvor wurden ja auch noch Ländereien gekauft (Staufen und Kirchhofen).

War es nicht die systematische und erbarmungslose Ausbeutung der leibeigenen und der freien Bauern des Südschwarzwalds über fast tausend Jahre hinweg, die das möglich gemacht hatte? War es nicht eine Clique raffgieriger Männer, die erfolgreich den Aufstand der Bauern im Bauernkrieg 1524/25 und dann erneut den Kampf der freien Bauern des Hotzenwalds um ihre Rechte (1726 bis 1755) niedergemacht hatte?

Die Salpeterer waren vor das Reichsgericht gezogen, nach Wien gepilgert, hatten den bewaffneten Aufstand versucht. Alles half nicht, die Rädelsführer wurden verurteilt. 27 Familien wurden in das Banat verbannt. Noch heute mutet der Kuppelbau in St. Blasien wie ein Fremdkörper im finsteren Schwarzwald an. 1783 geweiht, diente die Kirche gerade mal 20 Jahre als Andachtsraum, bevor dann Napoleon kam und die Mönche mit ihrem ganzen mobilen Besitz (ihrem ganzen Gold) nach Österreich auswandern durften. Matthias Heldmann, Kirchzarten