Wohnung wird nicht genutzt

Thomas Biniossek

Von Thomas Biniossek

Sa, 17. Oktober 2020

St. Peter

Gewerbetreibender in St. Peter will Wohnraum über seiner Maschinenhalle in ein Lager umbauen.

. Es ist eher die Ausnahme, dass bei Anträgen zu Um-, An- und Ausbauten von Bauwilligen die Ratsvertreter groß diskutieren. Das war jetzt in St. Peter im Fall eines Unternehmers anders: Er möchte seine Wohnung im Dachgeschoss seiner Maschinenhalle im Gewerbepark "Unter dem Jörgle" als Lager nutzen. Herrscht normalerweise bei solchen Beschlüssen Einstimmigkeit, lehnten diesen Antrag zwei Ratsherren allerdings ab.

Um überhaupt zu diesem Baugebiet zu kommen, habe vor rund 30 Jahren festgeschrieben werden müssen, dass in den Gewerbebetrieben Wohnungen eingerichtet werden, sagte Hauptamtsleiter Bernd Bechtold die Sachlage. Tatsächlich wurde vor 27 Jahren zwischen dem Unternehmer und der Gemeinde, die im Besitz des Grundstücks war, vertraglich vereinbart, dass er in seinem Hallenneubau eine Wohnung unterzubringen hat. "Das wurde zwar vertraglich festgelegt, gibt der Bebauungsplan aber nicht vor", sagte Bürgermeister Rudolf Schuler.

Für Markus Weber war daher klar, dass man diesen Rückbau der Wohnung bewilligen sollte. Dies vor allem, weil diese Wohnung ja gar nicht dem freien Markt zu Verfügung gestellt werden könne. "Solche Wohnungen dürfen in Gewerbegebieten lediglich der Unternehmer selbst oder Betriebsangehörige beziehen", hatte zuvor Bernd Bechtold erklärt. Zudem sei die Wohnung nicht bezogen worden, weil der Unternehmer gar nicht in St. Peter wohne, und werde wohl auch nie als Wohnung genutzt werden.

Zwei Gemeinderäte sagen Nein

Thorsten Fräßle und Peter Martschuk sahen das anders und wollten dem Rückbau der Wohnung für ein Lager nicht zustimmen. "Wir werden hier unglaubwürdig", sagte Fräßle. Doch letztlich setzte sich die Mehrheit der zwölf Gemeinderäte durch. Ihre Argumentation: "Wir sollten unseren Gewerbetreibenden diesbezüglich keine Steine in den Weg legen."