Xavier Naidoo in Emmendingen

Patrik Müller

Von Patrik Müller

Fr, 22. Mai 2020

Infobox

Er ist umstritten, aber auch ein Publikumsmagnet: Der Mannheimer Soulsänger Xavier Naidoo trat bereits zwei Mal in Emmendingen auf, beide Male standen die Fans dichtgedrängt vor der Bühne: 5200 Zuschauer sahen im Sommer 2006 seinen Auftritt auf dem Marktplatz, 4000 kamen zu seinem Gastspiel mit der Band Söhne Mannheims im Jahr 2011 auf dem Schlossplatz. Doch die Zeiten haben sich geändert, in den vergangenen Jahren polarisierte Naidoo mehr und mehr. "Wir sind nicht politisch", sagte Veranstalter Christoph Römmler, als er im November vergangenen Jahres die Verpflichtung des Sängers bekanntgab. "Wir gucken nur auf die Musik und auf den Künstler." Die Grünen brachten das Thema am 20. April im Emmendinger Gemeinderat aufs Parkett und forderten die Stadt auf, den Auftritt zu verhindern. Das sei Sache des Veranstalters, entgegnete Oberbürgermeister Stefan Schlatterer damals. Mittlerweile, nachdem weitere problematische Naidoo-Aussagen bekannt wurden, hat auch er sich gegen das Festival ausgesprochen, wie auch die CDU-Stadtratsfraktion, der SPD-Ortsverein oder die Jusos im Kreis. Zu den Kritikern gehört auch der Verein für jüdische Geschichte und Kultur: Auf dem Schlossplatz, wo Naidoo singen soll, stand die Synagoge, die 1938 zerstört wurde. Die Stadt Emmendingen unterstützt das I EM Music-Festival mit 20 000 Euro im Jahr.