Zufrieden mit 2019

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 17. September 2020

Eschbach

Vertreterversammlung der Volksbank Breisgau-Markgräflerland fand im schriftlichen Verfahren statt.

(BZ). Seit mehr als 150 Jahren ist es bei der Volksbank Breisgau-Markgräflerland üblich, dass am Ende eines Geschäftsjahres eine Mitglieder- beziehungsweise Vertreterversammlung stattfindet. In diesem Jahr musste die Bank aufgrund der Corona-Pandemie mit dieser Tradition brechen und die Versammlung im schriftlichen Verfahren abhalten.

Wie die Volksbank Breisgau-Markgräflerland in einer Pressemitteilung vor wenigen Tagen erläuterte, wurden zum Versammlungsbeginn Mitte August allen 392 Vertretern der Volksbank die Berichtsunterlagen per Post zugeschickt. Daraufhin fand eine Aussprachephase statt, in der Fragen an den Vorstand und den Vorsitzenden des Aufsichtsrates gestellt werden konnten. Diese Fragen wurden persönlich beantwortet und in einem geschlossenen Bereich der Homepage sowie schriftlich zur Verfügung gestellt, so dass alle Vertreter die Aussprache verfolgen konnten. Die Beschlussfeststellung und Wahlen zum Aufsichtsrat fanden bis zum 3. September per Briefwahl statt und wurden am 4. September unter rechtlicher Aufsicht ausgewertet. In den Berichtsunterlagen gab der Vorstand einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 2019 und erläuterte die wichtigsten bilanziellen Kennzahlen. Zudem wurde über aktuelle Themen informiert.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen war 2019 für die Volksbank Breisgau-Markgräflerland ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Die Bilanzsumme – die Summe aller Geschäfte, die die Bank im eigenen Namen und auf eigenes Risiko getätigt hat – wuchs um 77 Millionen Euro und beträgt nun gut 1,9 Milliarden Euro. Treiber dieses Wachstums war das starke Einlagengeschäft. 1,44 Milliarden Euro (plus 4,3 Prozent) haben die Kunden der Volksbank anvertraut. Nicht unerwähnt ließ der Vorstand dabei, dass es für die längerfristige Vorsorge wesentlich bessere Anlagealternativen als Giro-, Spar- und Festgeldkonten gibt. Da die Bank vermehrt erhebliche Geldzuflüsse von Anlegern verzeichnet, hat man eine Verwahrgebühr für Neukunden und Kunden mit höheren Einlagevolumen beschlossen. Aufgrund hoher Freibeträge bleiben aber Kleinanleger verschont.

Auf der Aktivseite ist die größte Position das Kundenkreditgeschäft. Getrieben durch eine weiterhin lebhafte Bautätigkeit konnte der Kreditbestand im Privatkundengeschäft auf 522 Millionen Euro gesteigert werden. Die Ausleihungen an Unternehmenskunden belaufen sich auf 549 Millionen Euro. Insgesamt stieg das gesamte Kundenkreditvolumen um 1,8 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro.

Der Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die Auswirkungen des Niedrigzinsumfeldes. Der Zinsüberschuss reduzierte sich auf 32,1 Millionen Euro. Erfreulich ist aber der Anstieg des Provisionsüberschusses um 6,9 Prozent. Steuern im Umfang von 4 Millionen Euro und die Zuführung zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken ergeben einen Jahresüberschuss von 3,2 Millionen Euro. Der von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Verwendung des Jahresüberschusses stimmte die Vertreterversammlung zu. Die Bank ist mit einem nunmehr bilanziellen Eigenkapital von 211 Millionen Euro für die Zukunft gerüstet.

Der Start in das Geschäftsjahr 2020 war vielversprechend. Mitte März erreichte aber auch die Volksbank die Corona-Pandemie mit voller Wucht. "Die Auswirkungen hieraus werden auf längere Sicht spürbar sein. Der Druck auf die Zinsmarge wird sich weiter erhöhen. Der Anstieg des Kreditausfallrisikos aufgrund der Pandemie wird die Ergebnisse in Zukunft belasten", heißt es vonseiten der Volksbank. Man habe daher verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um die Zukunftsfähigkeit zu sichern. Darunter auch die Umwandlung einzelner kleiner Filialen in Selbstbedienungsstandorte. Das Angebot des hauseigenen telefonischen Service-Centers wird ausgebaut. Internetfiliale und Banking-Apps bieten zeit- und ortsunabhängige Möglichkeiten, Bankgeschäfte zu tätigen.

Aufgrund der satzungsmäßigen Altersgrenze schieden der Aufsichtsratsvorsitzende Artur Kraus und seine Stellvertreterin Ruthild Surber aus dem Gremium aus. Damit endete eine langjährige erfolgreiche Ära. Artur Kraus wurde 1995 in den Aufsichtsrat der damaligen Spar- und Kreditbank Bad Krozingen-Heitersheim gewählt. Ab 2011 war er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, bevor er 2014 das Amt des Vorsitzenden übernahm. Ruthild Surber wurde 1999 Mitglied des Gremiums der damals neu fusionierten Volksbank Breisgau-Süd. Von 2011 bis zur Fusion 2018 war sie stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. Wiedergewählt in den Aufsichtsrat wurden Cathrin Staiblin, Thomas Gutmann und Gordian Süßle. In seiner konstituierenden Sitzung hat der Aufsichtsrat Susanne Hierholzer zur Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter ist weiterhin Hans Christian Maier.