Zur ersten Medaille bei der WM reicht es wieder nicht

dpa

Von dpa

Mi, 17. Februar 2021

Biathlon

Biathletin Franziska Preuß beste Deutsche im Einzel über 15 Kilometer / Tschechin Davidova siegt / Heute erster Einsatz von Roman Rees.

Immer vorne dabei, doch mit der ersehnten ersten WM-Medaille wurde es schon wieder nichts. Franziska Preuß bemühte sich, ihrem siebten Platz beim Einzelrennen über 15 Kilometer in Pokljuka noch möglichst viel Positives abzugewinnen. "Ich kann gar nicht so viel aussetzen an mir", sagte die Bayerin nach dem Klassiker. Aber: "Natürlich mag man bei der WM eine Medaille haben, aber mehr ist nicht gegangen."

Fünfte, Siebte, Achte – bei der bislang für das deutsche Team so enttäuschenden und bislang medaillenlosen Weltmeisterschaft ist die 26-Jährige der einzige echte Lichtblick in der Mannschaft des Deutschen Ski-Verbands (DSV). Die Bilanz fällt zur Halbzeit nach sechs Rennen ohne Edelmetall aber trotzdem sehr ernüchternd aus. "Wir sind nicht zufrieden und das ist nicht unser Anspruch. Du fährst zur WM, um Medaillen zu machen", sagte Bernd Eisenbichler, der Sportliche Leiter des DSV am Dienstag in der ARD. In zwölf Rennen sollte es eigentlich vier bis fünf Medaillen geben, deswegen ist der Druck vor Beginn der zweiten WM-Hälfte nun schon enorm. Im inoffiziellen Medaillenspiegel führt Norwegen (3/0/2) vor Frankreich (1/2/2) und Schweden (1/1/2). "Wir werden nicht aufgeben und wir werden als Mannschaft alles dafür tun, dass wir noch die eine oder andere Medaille gewinnen", sagte Eisenbichler: "Wenn dann mal der Durchputzer kommt, dann kann es mit dem Selbstbewusstsein auch wieder ganz schnell gehen."

Doch dieser erhoffte Befreiungsschlag lässt weiter auf sich warten. Immerhin sind die Frauen im Vergleich zu den schwächelnden Männern, die im Sprint ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt einfuhren, im Kampf ganz vorne mit dabei. Trotz guter Leistungen schrammten sie in allen drei bisherigen Einzelrennen knapp am Podest vorbei, im Sprint war Denise Herrmann Vierte, in der Verfolgung Preuß Fünfte geworden. "Bei den Frauen sind wir nicht so weit weg, da haben wir in den nächsten Tagen noch einiges vor", sagte Eisenbichler.

Während die Tschechin Marketa Davidova dank einer perfekten Schießleistung in Slowenien zu ihrem ersten WM-Titel lief und Schwedens Olympiasiegerin Hanna Öberg sowie die Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold (je ein Fehler) auf die Plätze verwies, müssen Preuß & Co nun für die Staffel am Samstag und den abschließenden Massenstart tags darauf das Positive herausziehen. "Da wollen wir auf jeden Fall wieder angreifen", sagte Herrmann, die nur 15. wurde. u haben, als es aktuell der Fall ist", sagte die 32-jährige Herrmann. Die Sächsin, die vor einem Jahr auf der Pokljuka noch fehlerfrei das Einzelrennen gewonnen hatte, schoss ebenso wie Preuß zweimal daneben. Vanessa Hinz (3 Fehler), WM-Zweite des Vorjahres, konnte ihre starke Leistung als Verfolgungssechste nicht wiederholen und kam nach drei Fehlern nur als 33. ins Ziel. Maren Hammerschmidt (2 Fehler), die für Janina Hettich (SC Schönwald) ins Team über 15 Kilometer gerückt war, wurde bei ihrem WM-Comeback nach zwei Jahren Pause 34. "Es war nicht gut, es war nicht schlecht. Es war einfach Mittelmaß", sagte Hinz zu ihrer Vorstellung. Wie so vieles bei den DSV-Skijägern gerade.

Im Einzelrennen der Männer über 20 Kilometer an diesem Mittwoch (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) wird Erik Lesser nicht dabei sein, der bisher bei der WM arg enttäuscht hat. Die Farben des DSV vertreten treten Ex-Weltmeister Arnd Peiffer, Johannes Kühn sowie die Schwarzwälder Benedikt Doll (SZ Breitnau) und Roman Rees (SV Schauinsland), für den es der erste Einsatz bei dieser Weltmeisterschaft ist.