Eishockey

0:3-Niederlage: Huskies halten Freiburger Wölfe souverän in Schach

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

Di, 22. Dezember 2020 um 22:10 Uhr

EHC Freiburg

Der EHC Freiburg hat sich offenbar einen Angstgegner in dieser Saison auserkoren: Gegen den EC Kassel Huskies unterlagen die Wölfe bereits zum zweiten Mal seit dem Start der DEL-2-Hauptrunde.

Der 0:1-Auswärtsniederlage im November folgte nun in der Echte-Helden-Arena ein schmerzliches 0:3 (0:1, 0:0, 0:2) im Duell der beiden Spitzenclubs. Damit gelang den Freiburgern mit ihren gefürchteten Sturmreihen in zwei Matches kein einziger Treffer gegen die Huskies.

Scheiterten die Freiburger am zweiten Spieltag mehrfach am jungen Kasseler Torhüter Leon Hungerecker, so vernagelte diesmal der erfahrene Gerald Kuhn das Tor der Gäste. Der 34-Jährige wurde nach dem Schlusspfiff zum Spieler des Abends bei den Huskies gewählt. Dass die gleiche Ehre auch dem Freiburger Goalie Ben Meisner trotz dreier Gegentore widerfuhr, sagt bereits viel aus über den Spielverlauf. Denn keineswegs war es so, als hätten die Wölfe bei einem hartnäckigen Sturmlauf in Gerald Kuhn ihren Meister gefunden.

Vielmehr war es so, dass die Huskies die Wölfe über weite Strecken der Partie souverän in Schach hielten.

"Das bessere Team hat gewonnen", analysierte nach dem Spiel EHC-Trainer Peter Russell: "Kassel spielt Eishockey mit einer sehr guten Struktur. Vor allem im zweiten Drittel geriet meine Mannschaft arg unter Druck. Der Gegner hat eine Masse an Energie auf das Eis gebracht."

Dominant waren die Freiburger nur in den Anfangsminuten des ersten und dritten Drittels. Dies war zu wenig, um die Mannschaft der Stunde in der DEL 2 in Nöte zu bringen, zumal die Wölfe auch allerbeste Torchancen ungenutzt ließen. So vergab Scott Allen in den Schlusssekunden des ersten Drittels den Ausgleich. Vier Minuten zuvor war den Huskies das so wichtige Führungstor in diesem erneut sehr trefferarmen Spiel gelungen. Einen Schuss des Kasseler Topscorers Corey Trivino konnte Meisner nur abprallen lassen, Paul Kranz staubte ab zum 1:0 für den neuen DEL-2-Spitzenreiter, der von der Niederlage des bisherigen Tabellenführers aus Ravensburg in Bad Nauheim profitiert. Den Torschützen bezeichnete Huskies-Coach Tim Kehler als den "Matchwinner" des Abends: "Er hat großartig gespielt."

Im zweiten Spielabschnitt, in dem die Gäste wohl am beeindruckendsten auftrumpften, besaß der EHC gegen den Spielverlauf drei Großchancen, doch Cam Spiro, Gregory Saakyan und Kapitän Simon Danner scheiterten allesamt an den Reflexen des Kasseler Torhüters.

Möglicherweise setzten die ausgeruhteren Freiburger vor dem letzten Drittel auf den Faktor Kondition, denn am vergangenen Wochenende pausierten sie gleich zwei Mal, während die Huskies vermeintlich Kraft ließen bei den überzeugenden Siegen gegen Frankfurt und in Kaufbeuren. Doch das mit nur drei Reihen angetretene Kehler-Team überstand das zweite Powerplay der Freiburger mit einem Pfostenschuss von Jordan George (42.) unbeschadet und entschied danach eiskalt das Spiel für sich.

Coach Russell stand vor dem Spitzenspiel gegen die Nordhessen vor der Aufgabe, seinen beim Auswärtsspiel in Bayreuth verletzten Center-Stürmer Nikolas Linsenmaier zu ersetzen. Die EHC-Verantwortlichen präsentierten gegen die Huskies eine Ergänzung. Der 21-jährige Cedric Schiemenz wurde als Spieler des Erstligisten Schwenninger Wild Wings mit einer Förderlizenz für die Wölfe ausgestattet und kam prompt zum Einsatz mit vielversprechenden Ansätzen, obwohl er im ersten Drittel eine Riesenchance zur möglichen 1:0-Führung für die Freiburger ausließ. Dieser Torchance trauerte der Freiburger Trainer am meisten hinterher: "Wir haben es leider versäumt, selber in Führung zu gehen. Mit dem Einsatzwillen meiner Spieler war ich aber zufrieden", sagte Russell.

Schiemenz begann im Zentrum der dritten Reihe zwischen Danner und Marc Wittfoth, später stellte ihn Russell sogar in den zweiten Sturm mit George und Spiro. Aber taktisch war an diesem Abend den Huskies nicht beizukommen.

Das nächste Spiel bestreiten die Wölfe am zweiten Weihnachtsfeiertag (19.30 Uhr) in Ravensburg.
Fakten und Zahlen

Aufstellung des EHC

Tor: Meisner

Verteidigung: Pageau/Spornberger; Brückmann/Kurz; Neher/Kaisler.

Sturm: Billich/Hult/Allen; George/Bassen/Spiro; Danner/Schiemenz/Wittfoth; Saakyan, Ludin/Trinkberger.

Tore: 0:1 Kranz (16. – Schmidpeter, Trivino), 0:2 Moser (46. – Keussen), 0:3 Breitkreuz (55. – Spitzner).

Schuss-Statistik: 30:30 (8:7, 12:17, 10:6).
Strafminuten: 2 – 4.