"1,70 Meter groß? Da wurde Eike Elsasser bestimmt veräppelt"

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Von msc

Di, 12. Mai 2020

Kreisliga Hochrhein

DIE TOP-ELF von Guido Perrone, Spielertrainer des Fußball-A-Ligisten FC Huttingen über Fabian Kluge, Christoph Düster und seinen Ex-Trainer Maximilian Heidenreich.

HUTTINGEN (msc). Wer ein paar Jahre in Fußballligen zu Hause ist, bekommt sie schnell zusammen: elf Spieler, die durch ihr Können, ihre Persönlichkeit oder ihre Eigenarten sofort präsent sind. Spieler, mit denen man durch dick und dünn gegangen ist. Auf FuPa, dem Online-Portal der BZ für den Amateurfußball in Südbaden, stellen Fußballer ihre Top-Elf vor. Heute: Guido Perrone, der in Weil lebt und als Teamleiter im Bereich Logistik tätig ist. Sowohl beim FV Lörrach-Brombach wie beim SV Weil war der heutige Spielertrainer des A-Ligisten FC Huttingen für das Toreschießen zuständig. Der 35-jährige Fan von Juventus Turin stellt die Spieler vor, die bei ihm nachhaltig Eindruck hinterlassen haben.
Christoph Düster (FV Lörrach-Brombach): "Wir kennen uns schon lange, ich halte ihn für einen sensationellen Typ. Er hasst es – genau wie ich auch – zu verlieren und war, sofern er fit war, ein Weltklasse-Keeper. Leider kam das nicht so oft vor, da er als Koch nicht immer die Zeit fand. Seine Schnitzelbrötchen haben immer als Entschädigung gedient."
Martin Braun (zuletzt SV Weil): "Ein ekelhafter Gegenspieler, der mir zu meiner Begrüßung in Weil gleich mal zwei Pferdeküsse verpasst hat. Ich bin froh, dass ich nicht gegen ihn spielen musste – auch, weil er im hohen Alter noch gelernt hat, wie man Tore schießt."
Sascha Bächle (zuletzt SV Weil): "Ein sensationeller Typ, immer präsent und durch seine Zweikampfstärke in Erscheinung getreten. Wir hatten einige gute Duelle im Training und ich werde mich immer gerne daran zurück erinnern, dass er im Spiel gegen Schutterwald zwei Tunnel innerhalb einer Minute kassiert hat. Er wurde getunnelt, hat sich umgedreht und hat die Kugel direkt nochmal durch die Beine geschoben bekommen – sensationelle Szene."
Fabian Kluge (FC Huttingen): "Wenn er mal hinten bleiben würde, wäre er ein herausragender Abwehrspieler. Er entscheidet sich leider zu oft für den Weg nach vorn. Fabian hat eine tolle Spieleröffnung, ist spielintelligent und entschärft oft gefährliche Situationen bevor andere merken, dass es gefährlich wird. Leider war ihm ein Aufstieg bislang nie vergönnt."
Sandro Olveira (zuletzt SV Weil): "Bei ihm macht der Ball, was er möchte und nicht das, was Sandro will. Er war immer der Mann für die Drecksarbeit und ein Traum für jeden Trainer. Er war sich für nichts zu schade und hat den Gegner so lange verfolgt, bis der sich hat auswechseln lassen. Leider zählte das Tempospiel nicht zu seinen Stärken."
Eike Elsasser (SV Herten): "Der kleine Giftzwerg. Ein super Typ mit einer linken Klebe und brutalem Zweikampfverhalten. Durch seine temperamentvolle Art hat er uns einige Male im Stich gelassen, weil er mal wieder Gelb-Rot gesehen hatte. Lustig ist, dass er bei seinem Wechsel nach Weil in der Kabine erzählte, dass ihm ein Arzt bescheinigt habe, er würde noch auf 1,70 Meter Größe wachsen. Ich glaube, dass er veräppelt wurde."
Servet Ay-Güven (Bosporus FC Friedlingen): "Ein Traum für jeden Stürmer. Er ist unfassbar spielintelligent und spielt am laufenden Band Schnittstellenpässe. Allerdings ist er auch extrem lauffaul, fehlt bei jeder Laufeinheit verhindert oder sagt kurzfristig wegen irgendwelcher zwickender Muskeln ab."
Frank Malzacher (TuS Binzen): "Ich kenne ihn seit der Einschulung und wir haben uns seitdem einige Duelle – egal, ob auf dem Pausenhof oder dem Fußballplatz – geliefert. Frankie ist ein typischer Zehner, der heute immer noch Tunnel verteilen will, dabei aber nicht merkt, dass er die meisten kassiert."
Daniele Cassetta (zuletzt SV Weil): "Unglaublich, wie schnell ein Mensch auf den ersten zehn Metern sein kann. Danach war bei Dani dann aber die Luft raus. Er hat sich nur bewegt, wenn es Offensivaktionen gab und war immer begeistert, wenn es irgendwo auf dem Platz Bedarf an Diskussionen gab."
Fabio Bibbo (zuletzt SV Weil): "Eigentlich einer der komplettesten Stürmer, die ich kenne. Auch ihm fehlte die Freude am Laufen, dafür war seine Sprungkraft umso beeindruckender. In einem Spiel hat unser damaliger Trainer Maximilian Heidenreich auf drei Stürmer umgestellt und Dani, Fabio und ich hatten ausgemacht, dass derjenige, der eine Verschnaufpause braucht, in der Mitte spielen darf. Natürlich musste ich das komplette Spiel auf der Außenbahn spielen."
Guido Perrone (FC Huttingen): "Ein sensationelles Team, in dem zehn Freunde von mir spielen. Wir haben einen guten Kontakt, machen jährlich einen Männerausflug. Ich möchte einfach einmal mit all diesen Jungs zusammenspielen."
Der Trainer: Maxi Heidenreich (zuletzt SV Weil): "Er hat immer das Bestmögliche aus uns rausgeholt, gab einem immer das Gefühl, der Beste auf dem Platz zu sein. Wir hatten brutales Selbstvertrauen, haben immer zu 100 Prozent an uns geglaubt. Er war ein schlechter Verlierer und hat jedes Trainingsspiel, bei dem er dabei war, immer erst dann abgepfiffen, wenn sein Team als Sieger fest stand."