120 Tote nach Unglücken in Indonesien

dpa

Von dpa

Di, 06. April 2021

Ausland

Sturzfluten und Erdrutsche.

Bei mehreren Naturkatastrophen und einem Schiffsunglück sind am Osterwochenende in Indonesien und Osttimor mehr als 120 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden befürchteten am Montag, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte. Besonders betroffen waren die kleinen Nachbarinseln Lembata und Adonara östlich der auch bei Urlaubern beliebten Insel Flores. Sturzfluten, Schlammlawinen und Erdrutsche hinterließen eine Spur der Zerstörung. 14 Dörfer waren abgeschnitten. Aus den Wassermassen ragten Trümmerteile, Dächer und abgerissene Baumstämme. "Indonesien trauert wieder", schrieb die Nachrichtenagentur Antara News.

Auf Lembata starben mindestens 20 Menschen durch eine Schlammlawine vom Vulkan Lewotolo. Mehr als 60 weitere wurden vermisst, nachdem am Sonntag ihre Dörfer und Häuser von schnell talwärts fließenden Laharen (Strömen aus Schlamm und Schutt) getroffen worden waren, wie Behördensprecher Thomas Ola aus Ost-Nusa Tenggara sagte.

Vorausgegangen waren sintflutartige Regengüsse. Soldaten und Polizei waren im Einsatz, um die Menschen in Sicherheit zu bringen. Viele Anwohner warteten, knietief im Wasser stehend, auf Hilfe. Der rund 1400 Meter hohe Vulkan war im Dezember erstmals nach 2012 wieder ausgebrochen. Seither schießt der Lewotolo immer wieder heiße Aschewolken in den Himmel. Auf der nahe gelegenen Insel Adonara führten massive Regenfälle am Sonntag zu Sturzfluten und starken Überschwemmungen. Die Zahl der Todesopfer sei bis Montag auf 73 gestiegen, berichtete der Sender Metro TV. Die Bergungsarbeiten dauerten an.

Entwarnung war nicht in Sicht: Meteorologen sagten für Teile Indonesiens weiterhin Extremwetter mit Starkregen, Stürmen und hohen Wellen voraus.