162 Tote bei Erdrutsch in Jade-Mine

dpa

Von dpa

Fr, 03. Juli 2020

Panorama

Kritik an Arbeitsbedingungen.

Bei einem Erdrutsch in einer Bergbauregion in Myanmar sind nach Regenfällen mindestens 162 Arbeiter ums Leben gekommen. Das schrieb die Feuerwehr des Landes auf Twitter. 70 weitere Menschen hätten bislang verletzt aus dem Schlamm gebracht werden können, sagte ein Parlamentsabgeordneter des Unglücksortes Hpakant. Die Arbeiter hätten in einer Abraumhalde der örtlichen Jade-Minen nach den wertvollen grünen Steinen gewühlt, als sie von den Schlammmassen begraben wurden. Die Behörden erwarten, dass in den kommenden Tagen 20 bis 30 weitere Leichen gefunden werden. Der starke Monsunregen, der den Erdrutsch ausgelöst habe, erschwere die Bergungsarbeiten.

Das arme Myanmar ist einer der weltgrößten Lieferanten der grünen Schmucksteine. Die meisten von ihnen stammen aus der Region des Unglücksortes im Norden des Landes. So kommen Menschen aus dem ganzen Land dorthin – und hoffen auf ihr Glück. Viele wühlen im Schutt, den große Minen-Firmen zurücklassen, und hoffen, dabei auf etwas Wertvolles zu stoßen.

In der Region gibt es immer wieder tödliche Unfälle. Dutzende der informellen Steinsammler würden wegen Erdrutschen jedes Jahr sterben, schreibt die Anti-Korruptionsorganisation Global Witness. Die Jade-Minen sind wenig reguliert und die Arbeiter schuften teils unter lebensgefährlichen Bedingungen. 2015 starben bei einem Vorfall 116 Menschen. Der Vorfall jetzt ist einer der tödlichsten der vergangenen Jahre. Global-Witness-Kampagnenführer Paul Donowitz sagte: "Die Regierung ignoriert wissentlich die ununterbrochenen gesetzwidrigen und habgierigen Minenpraktiken in Hpakant, obwohl sie gelobt hatte, den gefährlichen Sektor zu reformieren."