Bundesliga

2:2 nach 0:2 – SC Freiburg zeigt Moral und holt Punkt in Wolfsburg

dpa

Von dpa

Sa, 13. Juni 2020 um 18:07 Uhr

SC Freiburg

Beim VfL Wolfsburg spielt der SC Freiburg am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga 2:2. Dabei hat die Streich-Elf Glück mit dem Videobeweis, zeigt aber auch Moral und kämpft sich zurück ins Spiel.

Im Kampf um die europäischen Plätze hat der SC Freiburg es verpasst, durch einen Sieg an der TSG 1899 Hoffenheim vorbei auf Rang sieben vorzurücken. Gegen den Tabellensechsten in Wolfsburg spielten die Freiburger am Samstag nach einem 0:2-Rückstand nach einer starken Aufholjagd 2:2 (2:1). Kurz vor und kurz nach der Pause konnten Lucas Höler (43. Minute) und Roland Sallai (46.) die beiden Tore von Wout Weghorst (14. /27./Foulelfmeter) ausgleichen. Nach einer Stunde hatte der Sportclub sogar die große Chance auf einen Sieg, doch Wolfsburgs Kevin Mbabu klärte nach einem Schuss von Philipp Lienhart noch kurz vor der Torlinie (61.).

Lienhart vergibt aus fünf Metern

Drei Spieltage vor dem Saisonende haben die Wolfsburger weiterhin die besten Chancen, erneut in die Europa League einzuziehen. Denn sie bleiben trotz dem aus ihrer Sicht enttäuschenden 2:2 auf dem sechsten Tabellenplatz, der den direkten Weg nach Europa ohne den Umweg der Qualifikationsspiele bedeutet. Allerdings beträgt der Vorsprung auf den Tabellensiebten TSG Hoffenheim und den heutigen Kontrahenten aus Freiburg nur drei und vier Punkte.

Glück hatte der Sportclub mit dem Videobeweis und dem dadurch entstandenen Kuddelmuddel: Wolfsburgs Stürmer Daniel Ginczek geriet hierbei zum Pechvogel der Hausherren, da ihm in der ersten Halbzeit gleich zwei Tore nach dem Einsatz des Videobeweises aberkannt wurden. In der 22. Minute stellte Schiedsrichter Bastian Dankert beim Blick auf seinen Bildschirm nicht nur fest, dass Ginczek bei seinem ersten Trefferim Abseits stand, sondern dass es im Strafraum auch ein Foul des Freiburgers Nicolas Höfler gab. Also annullierte er das Tor, gab aber Elfmeter – und den verwandelte Weghorst (27.) zum scheinbar sicheren 2:0.

Gincezks zweites Tor wird auch aberkannt

Wieder nur eine Minute später schien Ginczek mit dem 3:0 schon alles klar gemacht zu haben, doch wieder gab der Videoassistent dem Schiedsrichter ein Zeichen. Diesmal hatte sich der VfL-Stürmer selbst an die Fingerspitzen geköpft - auch das Tor zählte nicht.

Das hielt Freiburg im Spiel - und wie! In der 33. Minute vergab der Ungar Roland Sallai zunächst noch eine große Chance. Doch kurz vor und kurz nach der Pause holte der Sport-Club seinen Zwei-Tore-Rückstand auf einmal auf. Vor allem das Tor zum 2:2 wäre aber ohne große Wolfsburger Hilfe nicht gefallen, denn Verteidiger Marin Pongracic trat im Strafraum einfach über den Ball. "Wenn man bisschen was zu meckern hat, kann ich den zweiten schon selbst machen", sagte Lucas Höler nach der Partie bei "Sky". "Schade, dass wir nicht noch ein drittes Tor gemacht haben, aber wir nehmen den Punkt gerne mit", fügte der Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:2 hinzu. Auf das Thema Europa angesprochen sagte Höler: "Jeder weiß, wenn man auf die Tabelle schaut, dass nach oben noch was möglich ist. Aber wir haben letzte Woche den Klassenerhalt geschafft – das war unser Ziel."

Höler merkt zudem an: "Unser Ziel ist auf jeden Fall nicht Europa. Aber wir wollen jetzt auch nicht einfach um die goldene Ananas spielen." Abschließend hielt der Goalgetter der Freiburger fest: "Was am Ende rauskommt, schauen wir dann."

Wolfsburg vergibt gute Möglichkeiten

Kurz nach den beiden Gegentreffern hatte der VfL jeweils die Chance zur direkten Antwort, doch Weghorst (44.) und Josip Brekalo (52.) vergaben zwei gute Möglichkeiten. Es waren die letzten für die Gastgeber. Wolfsburg war zwar trotz des Schocks der verspielten Führung weiter die optisch überlegene Mannschaft. So nah wie die Freiburger bei der Großchance durch Lienhart und einer weiteren guten Möglichkeit für Nils Petersen (76.) kamen sie dem 3:2 aber nie.

Es bleibt dabei: Die "Wölfe" können seit der Corona-Pause im eigenen Stadion nicht mehr gewinnen. Drei Auswärtssiegen stehen nun zwei tatsächliche und diese gefühlte Heimniederlage entgegen. Außerdem ist das Restprogramm mit Spielen in Mönchengladbach schon am Dienstag bei Schalke 04 und gegen den FC Bayern München nicht einfach.

Europacup-Teilnahme des Sportclubs ist weiter möglich

Bei den Freiburgern dagegen läuft es: Erst der Sieg gegen Gladbach, dann der Geburtstag und die Vertragsverlängerung von Trainer Christian Streich - und jetzt dieser Erfolg der Moral. Die fünfte Europacup-Teilnahme der Vereinsgeschichte bleibt so weiter möglich.
Die Statistik zum Spiel:
VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Roussillon - Schlager (66. Gerhardt), Arnold - Steffen (55. Victor), Brekalo (55. Klaus) - Ginczek (84. Marmoush), Weghorst
SC Freiburg: Schwolow - Schmid, Lienhart, Heintz, Günter (77. Itter) - R. Koch (77. Frantz), Höfler - Sallai (63. Kwon), Grifo (90.+1 Haberer) - L. Waldschmidt (63. Petersen) - Höler

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Tore: 1:0 Weghorst (14.), 2:0 Weghorst (27./Foulelfmeter), 2:1 Höler (43.), 2:2 Sallai (46.)

Gelbe Karten: - / Höfler (9)
Beste Spieler: Casteels, Weghorst / Sallai, Grifo

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