Typisierung

20-Jähriger aus Zell hat Blutkrebs – Fanfarenzug sucht nach Stammzellenspender

Sarah Trinler

Von Sarah Trinler

Do, 13. Februar 2020 um 19:40 Uhr

Zell im Wiesental

Ein Mitglied des Fanfarenzugs Zell ist an Blutkrebs erkrankt. Der Verein und die DKMS organisieren eine Registrierungsaktion am 7. März in der Stadt.

Ein Mitglied des Fanfarenzugs Zell, der 20-jährige Christian Schmidt, ist an Blutkrebs erkrankt. Der Verein hat nun kurzerhand zusammen mit der Organisation DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) eine Registrierungsaktion auf die Beine gestellt, um einen potenziellen Stammzellspender ausfindig zu machen. Unter dem Motto "Wir blasen und trommeln gegen den Blutkrebs" appelliert der Fanfarenzug Zell an die Menschen in der Region, sich am Samstag, 7. März, 11 bis 16 Uhr, im katholischen Pfarrsaal in Zell in die Spenderkartei der DKMS aufnehmen zu lassen.
Info

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich am Samstag, 7. März, von 11 bis 16 Uhr im katholischen Pfarrsaal in Zell als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen.

Christian Schmidt ist begeisterter Handballspieler und aktives Mitglied im Fanfarenzug Zell. Erst vor zwei Jahren hat der 20-Jährige sein Abitur am Gymnasium Schönau gemacht. Doch aktuell liegen alle Pläne für die Zukunft auf Eis, denn Christian hat Blutkrebs und benötigt dringend eine Stammzelltransplantation. "Diese kann nur erfolgen, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen gibt, der zur Stammzellspende bereit ist", schreibt der Fanfarenzug in einer Pressemitteilung.

"Christian Schmidt ist seit Kindesbeinen im Fanfarenzug – natürlich wollen wir da helfen", sagt Frank Hutschenreuter, Vorsitzender des Fanfarenzugs, auf BZ-Nachfrage.

Die Zeller sind gefragt

Es lasse sich nicht in Worte fassen, wie viel Hilfsbereitschaft der Verein auf seinem Weg hin zur Registrierungsaktion erfahren habe. Zwar stünde die DKMS bei den Vorbereitungen und auch am Aktionstag unterstützend zur Seite, vor Ort seien allerdings die Zeller gefragt. Der Fanfarenzug hat bei der katholischen Kirche nach dem Pfarrsaal angefragt, auch die Stadt wurde mit ins Boot geholt – Bürgermeister Peter Palme hat für die Registrierungsaktion die Schirmherrschaft übernommen. Am Vormittag des 7. März würden die freiwilligen Helfer aus Zell von Mitarbeitern der DKMS geschult, damit der Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen bei den Spendern auch richtig durchgeführt wird, erklärt Hutschenreuter. Nur so sei gewährleistet, dass die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Obwohl man den Andrang keineswegs abschätzen könne, möchte man mit etwa 40 bis 45 Leuten vor Ort sein. Neben den Mitgliedern des Fanfarenzugs hätten sich noch zahlreiche weitere Ehrenamtliche gemeldet, die sich etwa um die Verpflegung der Helfer und der Spender kümmern. "Wir werden Kaffee und Kuchen sowie Grillwürste und Getränke anbieten. Den Erlös leiten wir als Spende an die DKMS weiter", so Hutschenreuter.

Aktion kommt allen zugute

"Die Aktion kommt allen zugute, nicht nur unserem Sohn – es kann jeden treffen", betont Jürgen Schmidt im Gespräch mit der BZ. Auch seinem Sohn, der sich derzeit in Behandlung befindet, sei es ein Anliegen, diesen Umstand zu betonen: "Mit der Aktion kann nicht nur mir geholfen werden, sondern auch jedem anderen Patienten. Denn mit jedem potenziellen Spender steigt die Chance auf Heilung. Wir zählen auf euch", wird Christian Schmidt auf dem Flyer zur Aktion zitiert.

Laut DKMS erhält alle 15 Minuten ein Patient die Diagnose Blutkrebs, darunter viele Kinder und Jugendliche. Einen geeigneten Stammzellspender zu finden, könne unglaublich schwer sein. Entscheidend für die erfolgreiche Übertragung von Stammzellen sei die Übereinstimmung der Gewebemerkmale zwischen Spender und Patient, daher auch die Bezeichnung "genetischer Zwilling". Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung, teilt die DKMS mit.
Geldspenden werden ebenfalls benötigt, da der gemeinnützigen Organisation für die Registrierung eines neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. Spendenkonto: IBAN: DE80 7004 0060 8987 0002 00, Verwendungszweck: Christian

Mehr zum Thema: