2300 Quadratmeter Bienenweide

Barbara Puppe

Von Barbara Puppe

Mo, 21. September 2020

Offenburg

Bei der Aktion Blühwiese sind am Freitag die ersten 1000 Quadratmeter künftige Wiesen auf dem Kulturforum eingesäht worden.

. Im Frühjahr sollen die ersten Wildblumen auf Rasenflächen am Kulturforum sprießen und Lebensraum für Insekten bieten. Am Freitag wurden bei der Aussaat-Aktion der Stadt Offenburg, des Projektes "Blühender Naturpark" des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord und der Bienenschutzinitiative "#beebetter" von Hubert Burda Media in Kooperation dem Funkhaus Ortenau knapp 1000 Quadratmeter Blühwiese ausgesät.

Die Kinder des Stadtteil-und Familienzentrums Oststadt waren die Hauptakteure. Sie mischten in Eimern Sand und das Saatgut von 33 verschiedenen Wildblumen und verteilten sie auf den von den Technischen Betrieben Offenburg (TBO) bereiteten Rasenflächen. Im nächsten Jahr sollen schon Wiesensalbei, Klatschmohn und Kornblumen blühen, im Jahr darauf wird voraussichtlich ein buntes Insektenparadies auf geplanten 2300 Quadratmetern entstanden sein. Karl-Heinz Dunker, Geschäftsführer des Naturparks freute sich, dass die junge Generation mit einbezogen worden sei und damit zu Bienenrettern würde, denn fast die Hälfte der Wildbienen sei vom Aussterben bedroht, "sie brauchen dauerhaft Nahrung aus heimischen Blumen". Jetzt sei der ideale Zeitpunkt für die Aussaat, nur noch das Regen werde gebraucht. Dass die Bienen eine zentrale Rolle für den Erhalt des gesamte Ökosystems spielen, müsse in möglichst vielen Gemeinden ankommen, Offenburg sei vorne mit dabei, lobte Dunker, und appellierte an alle: "Jede Fläche zählt", ein blühender Streifen am Straßenrand, ein Beet im heimischen Garten, sogar bepflanzte Blumenkübel könnten geeignete Nahrungsquellen für Bienen sein. Der Naturpark mache mit dem Projekt "Blühender Naturpark"entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Bürgermeister Oliver Martini erklärte, Blühwiesen erfreuten das Auge, seien Lebensgrundlage für Bienen, und ohne Bienen keine Nahrung. Die Stadt Offenburg wolle die biologische Vielfalt in der Stadt verbessern, die Biodiversität steigern und aktiv gegen das Artensterben vorgehen. Er nutzte die Aktion "#beebetter", um die städtische Kampagne "Bio.og" vorzustellen. Biodiversität sei nicht nur eine der drei Leitideen für die Landesgartenschau, sondern auch Thema im gesamtstädtischen Strategiepapier "Stadtgrün". Seit dem Frühjahr 2018 bis Ende 2020 habe die Stadt rund zwei Hektar Blühwiesen angelegt. Das sei eine enorme Hausnummer, man aber habe noch viele Maßnahmen vor, die der Ökologie aber auch dem Auge zu Gute kämen. Ein Pilotprojekt soll ab 1. Oktober Bürgerinnen und Bürger unterstützen, in ihrem Beitrag artenreiches Grün zu schaffen. Dabei gehe es um Entsiegelung von Flächen, zum Beispiel Innenhöfe, die Umwandlung von Schotterflächen in bunte und biodiverse Gartenbereiche sowie die Begrünung von Dächern und Fassaden würden bezuschusst. Die Stadt habe ein Budget von 20 000 Euro bereitgestellt.

Die bundesweite Initiative zum Schutz von Bienen von Burda-Home gibt es seit zwei Jahren. "Wir freuen uns riesig, am Standort wo Hubert Burda seine Wurzeln hat, diese Wiese zu unterstützen", erklärte Frank-Jörg Ohlhorst, Geschäftsführer von Burda-Home. Dem Medienhaus sei es ein Anliegen, sehr viele Menschen zu erreichen. Insgesamt eine Fläche von 150 Fußballfeldern habe die Initiative bereits zum Blühen gebracht. Die besten Projekte und Ideen sollen mit einem #beebetter-Award und Preisen ausgezeichnet werden. "Also, lasst es blühen."

Unterstützung für die Aktion "Bee better" gibt es unter anderem auch von Hitradio Ohr und Schwarzwaldradio, die bereits 2500 Samentüten an die Hörer verschenkt hätten. "Die Nachfrage ist bombstisch", freute sich Funkhaus-Chef Markus Knoll. Für die Aussaat im heimischen Garten können die Tütchen im Funkhaus Ortenau, Hauptstraße 83 a abgeholt werden, auf dass "es noch lange summt und brummt".

Eine Hinweistafel auf dem Kulturforum informiert über das Projekt. Weitere Informationen http://www.beebetter.de