Abenteuerreise mit ungewissem Ausgang

Wolfgang Künstle

Von Wolfgang Künstle

Do, 01. Oktober 2020

Oberliga BaWü

Handballerinnen des TuS Schutterwald stehen nach dem Aufstieg in die Oberliga vor einer Saison mit vielen Fragezeichen.

(wk). Für sie selbst etwas überraschend sind die Handballerinnen des TuS Schutterwald in der Oberliga Baden-Württemberg gelandet. Als Aufsteiger aus der Landesliga hatte die Mannschaft mit ihrem damaligen Trainer Stefan Junker in der Südbadenliga gerade Platz eins inne, als die Saison aus Pandemiegründen beendet wurde.

"Natürlich hatte man im Verein diese Möglichkeit besprochen", sagt Junkers Nachfolger Jochen Baumann, der die Mannschaft nun übernommen hat. "Und man hat mit mir auch besprochen, ob ich diesen Weg gegebenenfalls mitgehen würde. Doch meine Entscheidung für den TuS Schutterwald war nicht abhängig von der Liga." Und so begibt sich der TuS Schutterwald auf eine Abenteuerreise mit unbekanntem Ausgang. "Die Platzierung interessiert uns nicht", sagt Baumann, der mit dem TuS Ottenheim bereits Oberligaerfahrung gesammelt hat. "Wir wollen unser Potenzial ausschöpfen und die Liga ein bisschen aufmischen." Er selbst hat sich bisher nur die ersten drei Spieltage angeschaut, alles Weitere interessiert ihn noch nicht, doch er kennt die Budgets anderer Vereine und ahnt: "Meine Mannschaft wird ihre Grenzen aufgezeigt bekommen." Dabei denkt er auch an den Altersdurchschnitt seines Teams, der irgendwo bei 21 Jahren liegt. Ganz vorne sieht er eine kleine Gruppe mit der HSG Leinfelden-Echterdingen und dem TuS Steißlingen, dahinter dann ein breites Mittelfeld. Dass die Liga lediglich aus zwölf Vereinen besteht, kommt Baumann recht – so bleibt die Belastung bei etlichen spielfreien Wochenenden wahrscheinlich überschaubar.

Um seine Ballkünstlerinnen ein wenig auf die Anforderungen der Oberliga einzustimmen, hat Baumann in der Vorbereitung nicht immer den bequemen Weg gewählt, wie er selbst formuliert. Und so sah sich sein Team dem Zweitligisten HSG Freiburg, der SG Kappelwindeck/Steinbach aus der Dritten Liga sowie anderen Oberligisten gegenüber.

Verstärkt haben sich die Schutterwälderinnen mit Dana Wilhelmi von der HSG Meißenheim/Nonnenweier und der 17-jährigen Line Rieder von der B-Jugend des TuS Oberhausen. Dana Hodapp kommt nach einem Kreuzbandriss und einjähriger Pause zurück ins Team, aus der eigenen Jugend kam Torfrau Lara Broß dazu. Neu wie Jochen Baumann selbst ist auch Co-Trainer David Körkel, der seine aktive Laufbahn bei den Schutterwälder Männern beendet hat. "Er hat alle Schutterwälder Adressen und Ansprechpartner, das ist sehr hilfreich, wenn man beispielsweise mal auswärts trainiert", sagt Baumann. Die Rolle der Spielgestalterin wird nach wie vor Selina Margull übernehmen.

Der Kader – Tor: Viktoria Kimmig, Lara Broß. Feld: Franka Derr, Elisa Oßwald, Emily Federau, Selina Margull, Julia Braunstein, Line Rieder, Lena Zimmermann, Dana Wilhelmi, Sophia Tischler, Dana Hodapp, Celine Thallner, Lisa Imhoff, Alica Montano, Saskia Ferber, Vanessa Vetter.
Zugänge: Dana Wilhelmi (HSG Meißenheim/Nonnenweier), Line Rieder (TuS Oberhausen B-Jugend), Lara Broß (eigene Jugend).
Abgänge: Sarah Amend, Francesca Pelliccia (zweite Mannschaft), Teresa Beathalter, Sabrina Wurth, Jasmin Walter (alle Karriereende).