Waldsee

Beckesepp-Markt könnte durch Neubau mit Wohnungen ersetzt werden

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Do, 12. September 2019 um 12:10 Uhr

Waldsee

Der Beckesepp-Markt in Freiburg-Waldsee ist in die Jahre gekommen und soll modernisiert werden. Ein Neubau mit Wohnungen im Obergeschoss ist denkbar – es gibt aber noch viele Fragezeichen.

Das Gebäude ist sichtlich in die Jahre gekommen: Der kleine Laden "Beckesepp" an der Hansjakobstraße im Stadtteil Waldsee ist in einem eingeschossigen Flachbau aus den 1960er Jahren untergebracht. Die Mängelliste sei lang, berichtet der Betreiber des Supermarkts, Johannes Ruf. "Allen Beteiligten ist klar, dass etwas passieren muss", sagt er. Es gebe Überlegungen, den Markt abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen – und dabei über der Verkaufsfläche auch Wohnungen zu schaffen.

Zustände sind nicht mehr tragbar

Aktuell stünden über dem Projekt noch viele Fragezeichen, sagt Johannes Ruf, im Detail gebe es noch Abstimmungsbedarf. Klar sei jedoch: "Wir brauchen einen neuen Markt." Denn die Zustände seien nicht mehr lange tragbar. Die gesamte Haustechnik stamme aus den 1960er Jahren, berichtet Ruf, auch die Aufzugsanlage sei "vorsintflutlich". Zuletzt habe es durchs Dach reingeregnet. Dieser Schaden sei zwar inzwischen behoben, aber das Gebäude zu sanieren – das lohne sich nicht mehr, meint Ruf. Deshalb sei er im Gespräch mit dem Eigentümer des Hauses über eine mögliche Neubebauung, auch zur Stadtverwaltung habe es bereits Kontakte gegeben. "Wir wollen eine Lösung hinbekommen", sagt Ruf. Wer der Investor eines potenziellen Neubaus wäre – er selbst, der Eigentümer des bestehenden Gebäudes oder ein unabhäniger Dritter – dazu möchte Ruf sich aktuell noch nicht äußern.

Dass es Gespräche gegeben hat, bestätigt Stadtsprecherin Martina Schickle. Sobald ein Bauantrag eingegangen sei, werde sich die Stadt mit den Wünschen konkret auseinandersetzen und prüfen, "ob und wie weit eine Erhöhung der baulichen Ausnutzung mit städtebaulichen Belangen vereinbar" sei. Prinzipiell begrüße die Stadt es ausdrücklich, wenn "durch die Aktivierung von Baurechten" zusätzlicher Wohnraum geschaffen werde.

Weitere Kombi-Projekte aus Einkaufen und Wohnen sind geplant

Über dem Supermarkt Wohnungen zu schaffen, würde zur aktuellen Debatte zum Freiburger Wohnungsmangel passen: Dabei ist immer wieder diskutiert worden, dass einstöckige Supermärkte mit teilweise weitläufigen Parkplätzen eigentlich Flächenverschwendung seien.

Weitere derartige Kombi-Projekte aus Einkaufen und Wohnen sind in Freiburg bereits an mehreren Stellen geplant, etwa die Aufstockung eines Aldi-Markts an der Breisacher Straße neben den Westarkaden im Stadtteil Mooswald, im Stadtteil Littenweiler an der Kappler Straße bei einem Geschäft der Marke "Mein Laden", das zum Netto-Konzern gehört, und in Weingarten am Else-Liefmann-Platz, wo ein eingeschossiger Rewe-Markt durch einen Achtgeschosser ersetzt wird. Auch dort wird zukünftig eine Beckesepp-Filliale mit 650 Quadratmetern Verkaufsfläche einziehen. Für heutige Verhältnisse ist das nicht viel: Moderne Supermärkte sind rund doppelt so groß.

Hinter der zusätzlichen Wohnnutzung steht noch ein Fragezeichen

Johannes Ruf ist auf solch kleine Läden spezialisiert: Der Geschäftsmann aus St. Peter betreibt im Raum Freiburg sechs Supermärkte in ähnlicher Größenordnung. Auch der Markt an der Hansjakobstraße in Waldsee habe nur knapp 400 Quadratmeter, berichtet Ruf. Gerne würde er den Laden in einem Neubau vergrößern. Doch mehr als rund 100 Quadratmeter mehr seien wohl nicht drin: Das Grundstück gebe nicht mehr her. Wegen der beengten Verhältnisse macht Ruf auch noch ein Fragezeichen an eine zusätzliche Wohnnutzung. Dafür würden private Autostellplätze benötigt. Oberirdisch sei kein Platz. Und in einer Tiefgarage müssten schon die Kunden parken, sagt Ruf, außerdem benötige er im Untergeschoss Platz für Lager und Leergut.

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