Projekt

Das Gasthaus Adler in Müllen soll zum Treffpunkt werden

Hagen Späth

Von Hagen Späth

Mi, 19. Februar 2020 um 07:30 Uhr

Neuried

Das Gasthaus Adler soll zum Dorftreffpunkt ausgebaut werden. Eventuell mit Bauernladen, Café und einem Bürgertreff. Möglich wäre auch der Einzug der katholischen Bücherei und der Ortsverwaltung.

Die Gemeinde Neuried hatte das Anwesen vor knapp drei Jahren erworben, es war für 190 000 Euro angeboten worden. Schon damals wurde als Ziel genannt, dort eine zentrale Einrichtung für das Dorf zu schaffen. Dieser Gedanke ging auf das Gemeindeentwicklungskonzept zurück, in dem das Büro Schreiber schon diesen Vorschlag gemacht und angemerkt hatte, dass die Gemeinde hier tätig werden sollte, wenn sich die Möglichkeit dazu ergebe.

Das Gasthaus Adler bildet mit dem Rathaus und der Mehrzweckhalle das Zentrum des Dorfes, liegt also ideal für den jetzigen Vorschlag. Bauamtsleiter Klaus Person schreibt in der Vorlage der Verwaltung zur Gemeinderatssitzung: "Das Gasthaus Adler war in früheren Jahren für die Bevölkerung von Müllen ein beliebter Treffpunkt. Dort wurden Familienfeste gefeiert, es fanden Vereinsveranstaltungen statt, und am Sonntag nach dem Gottesdienst traf man sich im Adler zum Frühschoppen." Derzeit werde das Gebäude im Erdgeschoss als Kneipe mit Dartspiel genutzt und im Obergeschoss als Wohnungen.

Für die Entwicklung sind 34 000 Euro veranschlagt

Der Plan: "Der Adler soll zum Dorfzentrum entwickelt werden. Denkbar sind ein Dorfladen mit Café und Bücherei, Vereins-/Bürgertreff, Ortsverwaltung. Neben den öffentlichen Bereichen sind weitere Nutzungen zur Querfinanzierung vorgesehen, zum Beispiel Seniorenwohnungen." In einem ersten Schritt soll nun der Gemeinderat dem Entwickeln der Idee zustimmen und die Projektausarbeitung an das Planungsbüro Sutter vergeben. Der Kostenvoranschlag des Büros beläuft sich auf 34 000 Euro.

Am Mittwochabend will das Büro seine Vorschläge zur Vorgehensweise, zu der auch die Bürgerbeteiligung und eine Ideenwerkstatt gehören, präsentieren. Die Präsentation beinhaltet auch die Variante, dass die öffentliche katholische Bücherei und die Ortsverwaltung, die im Rathaus untergebracht sind, umziehen. Sollte das so kommen, müsste zudem ein Plan B entwickelt werden, was mit dem alten Rathaus passiert.

Freude bei der Ortsvorsteherin

Ortsvorsteherin Hilde Wurth-Schell (UL) freut sich sehr, dass es endlich losgeht: "Hier etwas für die Bürgerschaft zu entwickeln, war ja immer die Idee dahinter." 34 000 Euro allein für die Projektentwicklung sei zwar nicht gerade wenig. "Aber wir brauchen ein gutes Fundament. Wir müssen etwas finden, was nach Müllen passt. Jetzt haben wir dafür die große Chance." Sie ist überzeugt, dass die Bürgerschaft bereit dafür ist und sich einbringen will. Müllen sei zwar nur ein kleines Dorf mit aktuell knapp 570 Einwohnern: "Aber wenn sich zehn Prozent der Einwohnerschaft einbringen, könnten wir das stemmen."

Öffentliche Sitzung des Gemeinderats am Mittwoch, 19 Uhr, Mehrzweckraum Kindergarten in Schutterzell