Alica Burgert als Königstransfer

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Mi, 07. Oktober 2020

Südbadenliga

Handballerinnen aus Ottenheim starten in die neue Runde.

. Mit gemischten Gefühlen starten die Handballerinnen des TuS Ottenheim und ihr Trainer am Sonntag in die Südbadenliga-Saison. "Die Corona-Zahlen gehen hoch, Fußballspiele werden abgesagt. Diese Gedanken schwirren auch bei mir im Kopf herum, was die Lage nicht so ganz einfach macht", sagt Coach Tobias Buchholz. Gewöhnungsbedürftig ist auch der Umstand, dass die Heimspiele in der Rheinauenhalle ganz ohne Zuschauerunterstützung stattfinden. Trotzdem fühlt sich der TuS sportlich gut gerüstet für die kommenden Herausforderungen.

Der südbadische Verband hat die Südbadenliga der Frauen, wie alle anderen Spielklassen auch, in zwei Vorrundengruppen aufgeteilt. Der TuS wurde der Südgruppe zugeteilt, was lange Fahrten aber keine Derbys nach sich zieht. Die Gegner heißen TV Todtnau, HSG Dreiland, HSG Mimmenhausen/Mühlhofen, SV Allensbach II und HSG Freiburg II. "Die Regelung mit der Teilung der Liga ist ganz in Ordnung, auch wenn ich ursprünglich gedacht habe, man könnte die Liga so lassen, wie sie ist", sagt Buchholz. "Aber für uns ist die Zuteilung bescheuert, jetzt fahren wir an den ganzen Bodensee, dabei haben sich die Spielerinnen eigentlich riesig auf die Derbys gegen Friesenheim und Elgersweier gefreut, die uns jetzt verloren gehen. Ich kann den Verband verstehen, wir sind unter den nördlichen Teams, dasjenige das geographisch am weitesten im Süden liegt. Mimmenhausen und Allensbach hätten wir uns gerne erspart. Aber wir machen jetzt das beste daraus." Buchholz, ein Schutterner, der zehn Jahre lang beim TuS Ottenheim Handball gespielt hat und in Hofweier wohnt, geht in seine vierte Saison als Frauentrainer in Ottenheim. "Ich glaube, wir sind in der stärkeren Gruppe gelandet, Friesenheim und Elgersweier, die im Norden spielen, schätze ich nicht so stark ein". Sechs Teams finden sich in der Südgruppe, deren sieben Teams im Norden. Wenn der TuS die Meisterrunde erreichen möchte, muss er unter die ersten drei Teams in seiner Vorrundengruppe kommen.

"In diesem Modus darfst du dir einen Saisonauftakt wie in der vergangenen Saison mit drei Niederlagen nicht erlauben. Sonst musst in die Abstiegsrunde", weiß der Coach. "Deswegen müssen wir von Anfang an wach sein. Jetzt ist jedes Spiel ein Endspiel. Das macht den Modus interessant, aber das birgt auch gewisse Gefahren, gerade für eine junge Mannschaft wie wir." Am Ziel lässt Buchholz keinen Zweifel: "Wir möchten in die Meisterschaftsrunde, das wäre der erste Schritt. Es ist ganz klar, dass wir da oben mitspielen möchten, alles andere wäre unehrlich." Aber in der vergangenen Runde habe man auch gesehen, wie eng die Südbadenliga sein könne.

Das Ottenheimer Ensemble hat ohne Zweifel eine Aufwertung erfahren, da Alicia Burgert vom Zweitligisten HSG Freiburg gekommen ist. "Mit Alica haben wir einen Mega-Neuzugang bekommen. Auch Kerstin Erb bietet uns viele Optionen als Linkshänderin, denn wir hatten in der vergangenen Runde gar keine." Die Offensive, in der vergangenen Saison ohnehin eine Stärke des TuS, wurde weiter verstärkt. "Die Abwehr generell ist ein großes Thema für uns, das wir angehen wollen. Wir hatten unter den Topteams eine der schlechtesten Defensiven", stellt Buchholz fest, sagt aber auch. "Wir haben nun jede Position doppelt besetzt. Das möchten wir nutzen und Tempohandball spielen. Mit Vollgas hinten raus. Aber auch vorne im Positionsangriff haben wir gezeigt, dass wir einen schönen Handball spielen können."

Des Trainers Favoriten mit Blick auf die Meisterrunde: "Dornstetten war letztes Jahr schon richtig gut, sie haben sich noch verstärkt. Die HSG Freiburg verfügt über einen starken Unterbau. Auf Sinzheim bin ich gespannt, die können oben mitspielen." Und vielleicht auch der TuS Ottenheim. Der erste Test steht am Sonntag (15 Uhr) an, wenn sich die HSG Mimmenhausen/Mühlhofen in der Rheinauenhalle vorstellt.

Der Kader – Tor: Sarah Jäkel, Clara Weide. Feld: Rebecca Schober, Giuliana Spinner, Lena Erny, Vivienne Quennet, Vanessa Hoppen, Leonie Bing, Philin Weber, Alica Burgert, Kerstin Erb, Saskia Gehrlein, Selina Gehrlein, Laura Karl, Elisabeth Günther, Theresa Günther, Franziska Bross, Tatjana Baumann.
Abgänge: Nadine Müller (Karriere-Ende), Pauline Harder (HSG Freiburg II).
Zugänge: Alica Burgert (HSG Freiburg), Kerstin Erb (Meißenheim/Nonnenweier), Clara Weide (eigene Jugend).