Interview

Alice Hasters: "Man sollte keine Angst haben, Rassismus bei sich zu entdecken"

Anika Maldacker

Von Anika Maldacker

Do, 07. November 2019 um 09:30 Uhr

Hochkultur (fudder)

BZ-Plus Fremde fragen, wo sie herkommt, dabei wurde Alice Hasters in Köln geboren. Nun hat sie ein Buch über Alltagsrassismen, Übergriffe und Kolonialismus geschrieben – und wieso sie auf Besserung hofft.

Fremde fassen ihr in die Haare und fragen sie, wo sie herkommt. Dabei ist Alice Hasters in Köln geboren. Mit ihrem Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" klärt sie über Alltagsrassismen auf, die sie als schwarze Frau am eigenen Leib erfahren hat. Kommende Woche liest sie in Freiburg aus ihrem Buch und spricht über die US-Serie "When They See Us".

Fudder: Alice, Du schreibst in deinem Buch, dass keiner frei von Rassismus ist, weil rassistisches Denken und Handeln so tief in unserer Kultur verankert ist. Woran machst Du das fest?
Alice Hasters: Ich denke zum Einen, dass wir keine sichere Art haben, wie wir über Rassismus sprechen. Uns fehlt tatsächlich die Sprache. Wir sind immer noch dabei, auszuhandeln, was man wie sagen soll und was man wie nennen soll. Hätten wir eine klare Haltung zu Rassismus und würden ihn nicht verdrängen, dann wäre der Zustand nicht so. Schaut man sich die Kinderbücher an, mit denen ich aufgewachsen bin, wie Pippi Langstrumpf oder die Bücher von Michael Ende, dann merkt man, dass in ihnen sehr viel Kolonialismus steckt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn der Kolonialismus hat sich über Jahrhunderte hinweggezogen und das hat Konsequenzen bis heute. Es wissen nur wenige darum.

Fudder: Glaubst Du, dass der Kolonialismus in Deutschland zu wenig aufgearbeitet wurde?
Alice Hasters: Ja, ich glaube, dass es in der Hinsicht noch viel zu tun gibt. Man kann einige Dinge in der Welt wie Rassismus nur begreifen, wenn man weiß, was der Kolonialismus in der Welt angestellt hat. Man versteht nicht, wie der ganze ...

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