Alina Herr läuft bei der U-18-DM auf Rang neun

Ottmar Heiler

Von Ottmar Heiler

Mi, 09. September 2020

Leichtathletik

16-jährige Neustädterin erfüllt sich im Endlauf über 1500 Meter einen langgehegten Traum / Gold für Engstler über 800 Meter.

(oh). Mit einem neunten Platz bei der deutschen Jugendmeisterschaft der Altersklassen U 18 und U 20 in Heilbronn erfüllte sich Alina Herr vom TV Neustadt im DM-Endlauf über 1500 Meter einen langgehegten Traum. Noch besser lief es für den Villinger Adrian Engstler, der mit einer überzeugenden Leistung Gold über 800 Meter gewann. Emmanuel Molleker von der LG Baar/LV Donaueschingen floppte über die 1,90 Meter hoch liegende Latte auf Rang neun.

Die Saisonvorbereitung war für Alina Herr alles andere als einfach. Durch den Corona-bedingten Lockdown waren alle Sportanlagen im Hochschwarzwald über Monate hinweg geschlossen und Vereinstraining unmöglich. Darum musste sich die 16-jährige Schülerin, die in diesem Sommer auch erfolgreich die Realschule abschloss, über eine lange Zeit hinweg sechs Tage pro Woche alleine auf den Wegen und Wiesen rund um Neustadt auf die kommenden Wettkämpfe vorbereiten.
Lange Zeit war nicht klar, ob in diesem Jahr überhaupt deutsche Leichtathletikmeisterschaften möglich sein würden. Als dann im Frühsommer die Austragung in Heilbronn bekanntgegeben wurde (ursprünglich war Ulm als Ausrichter vorgesehen), musste zunächst bei einem offiziellen Wettkampf die geforderte Qualifikationszeit gelaufen werden. Da es Corona-bedingt in Süddeutschland kaum Qualifikations-Wettbewerbe gab, musste Alina Herr wie viele Athleten aus dem Süden in die Schweiz ausweichen.

Anfang August lief sich die Neustädterin in Langenthal die geforderte Qualifikationsnorm. Damit war die Teilnahme aber noch nicht gesichert. Zum ersten Mal genügte es nicht, sich nur zu qualifizieren. Corona-bedingt war nur ein verkleinertes Teilnehmerfeld startberechtigt, bestehend aus Athletinnen mit den besten Meldezeiten. Im starken Teilnehmerfeld der U 18, bei dem die Jahrgänge 2004 und 2003 startberechtigt waren, freute sich Alina als Athletin des jüngeren Jahrgangs riesig über ihre Qualifikation, die erst eine Woche vor dem Beginn der Meisterschaft bekanntgegeben wurde. Auf der blauen Heilbronner Bahn fanden dann unter strengsten Corona-Schutzmaßnahmen die Vorläufe statt, bei denen sich Alina Herr mit neuer persönlicher Bestzeit von 4:47,49 Minuten für das ersehnte Finale über 1500 Meter qualifizieren konnte. Sie startete mit elf weiteren Vorlaufschnellsten aus ganz Deutschland und konnte sich mit nochmals verbesserter persönlicher Bestzeit von 4:46,72 Minuten den bis dahin für nicht möglich gehaltenen neunten Platz über 1500 Meter sichern.

Adrian Engstler vom TV Villingen hatte sich als Sieger seines Vorlaufs in 1:56,46 Minuten für den Endlauf qualifiziert. Im anderen Lauf waren gleich fünf Athleten schneller. Diese wurden dann auch als Favoriten für das Finale gehandelt, obwohl der Villinger mit einer Zeit von 1:48,95 Minuten als klar Schnellster des Jahres nach Heilbronn gereist war. Diese Bestzeit hatte er vor drei Wochen bei einem Sportfest in Winnenden aufgestellt. Vom Start weg übernahm Engstler die Führung, die er bis Ende der ersten Runde knapp behauptete. Kurz danach setzte er zu einem langen Spurt an, dem keiner seiner Konkurrenten folgen konnte. Mit deutlichem Vorsprung zu Beginn der Zielgeraden festigte er seinen klaren Vorsprung auf den letzten Metern und wurde deutscher Jugendmeister in der U 20. Die Mitfavoriten Tobias Rex aus Erfurt und Martin Rocco aus Leipzig hatten klar das Nachsehen.

Wurfwettkämpfe in Löffingen:

Der TB Löffingen veranstaltet heute, 14 Uhr, im Haslachstadion einen Wurfnachmittag. Gemeldet sind Senioren aus Baden-Württemberg, der Schweiz und Italien. Auf dem Programm stehen Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speer- und Hammerwerfen.