"Als es über die Kuppen ging, war ich am Limit"

yküs

Von yküs

Mi, 08. Juli 2020

Mountainbike

Georg Egger vom Kirchzartener Lexware-Team kurbelt beim ersten MTB-Rennen nach der Corona-Krise in Tschechien auf Rang fünf.

Die Zeit des Stillstands ist vorbei. Die Mountainbiker des Kirchzartener Lexware-Teams haben ihren ersten Renneinsatz nach monatelangem Corona-Lockdown hinter sich. Im tschechischen Mesto Touškov, 70 Kilometer hinter der bayerisch-tschechischen Grenze, waren bei der nationalen tschechischen Rennserie einige große Namen am Start. Allen voran war es der Obergessertshausener Georg Egger, der in der Eliteklasse der Männer mit einem fünften Platz überzeugte. Lange Zeit war sogar der dritte Platz für den 25-jährigen Bayern des Team Lexware in Reichweite.

Doch auf der letzten der acht Runden verließen Egger die Kräfte und er musste seine Konkurrenten ziehen lassen. "Der Kurs kam mir entgegen", berichtete Egger. Der schnelle Parcours wies zwei lange, nicht zu steile Anstiege und einige technische Passagen auf. "Ich hatte mich vom Start weg gut gefühlt und konnte das Tempo der Spitzengruppe gut mitfahren", so Egger. Als zu Beginn der zweiten Runde der spätere Sieger, der Tscheche Ondrej Cink, die Schlagzahl erhöhte, verlor die Gruppe den Anschluss. Kurze Zeit später konnte sich auch noch der am Ende zweitplatzierte Franzose Maxime Marotte absetzen. "Am Ende ging es darum, wer Dritter wird", beschreibt Egger die Situation kurz vor Rennende. Mittlerweile war die Gruppe etwas durchgemischt worden, Fahrer waren zurückgefallen, Spätzünder hatten von hinten aufgeschlossen. Die zogen nun an Egger vorbei. "Als es über die Kuppen ging, war ich am Limit, da hat mir etwas der Punch gefehlt. Ich habe mich dann darauf konzentriert, sicher die Abfahrt runterzukommen, ich wollte nicht überziehen."

Am Ende musste er sich nach einer Fahrtzeit von 1:33:10 Stunden mit einem Rückstand von 1:19 Minuten auf den Sieger mit dem fünften Platz zufriedengeben, war damit allerdings nicht unglücklich: "Im Großen und Ganzen bin ich ganz happy, weil es mir bei der Corona- Challenge in Heubach so richtig den Stecker gezogen hatte." Bei dem Marathon-Einzelzeitfahren vor zwei Wochen hatte Egger seine eigenen Erwartungen nicht erfüllen können. Gut schnitten in Tschechien auch die Junioren des Lexware-Racingteams ab, allen voran Neuzugang Lennart-Jan Krayer aus dem nordbadischen Schwetzingen. Der amtierende deutsche Juniorenmeister war aufgrund seiner Position in der Weltrangliste als Erster an die Startlinie gerufen worden und nutzte diese Chance zu einem explosiven Start. Er lieferte sich einen spannenden Zweikampf mit dem späteren Sieger David Sulc aus Tschechien. Erst in der letzten Runde fiel die Entscheidung, als Krayer in einer Sektion, in der zwei Linien möglich waren, die ungünstigere erwischte. Diesen kleinen Vorteil nutzte Sulc und gewann mit sieben Sekunden Vorsprung nach 59:56 Minuten.

Dritter wurde, 54 Sekunden hinter dem Sieger, der Italiener Matteo Siffredi, der sich seinerseits ein Duell mit Louis Krauss vom Kirchzartener Lexware-Team geliefert hatte: "Vielleicht bin ich am Anfang zu schnell losgefahren", so Krauss. Der Saarländer Thore Hemmerling vervollständigte als 18. das ausgezeichnete Gesamtergebnis des Lexware Racing Teams.