Wasserkraft

Am Sinn der Maßnahme lässt dies zweifeln

Maren Schütt

Von Maren Schütt (Freiburg)

Sa, 12. September 2020

Leserbriefe

Zu: "Die kleine Wasserkraft hat zu kämpfen", Beitrag von Heinz Siebold (Wirtschaft, 2. September)

An der Schwarzen Säge soll das Wehr herausgerissen werden, welches das Wasser im Rückhaltebecken staut. Durch die Maßnahme wird der Kanal trocken gelegt. Das Rückhaltebecken bildet den Löschteich für die Schwarze Säge. Ich nehme Bezug auf Behördensprecher Matthias Henrich, der im Artikel zitiert wird: "Die vorgesehene Renaturierungsmaßnahme verbindet die Ansprüche der Wasserwirtschaft, der Fischerei, des Naturschutzes und Denkmalschutzes in vorbildlicher Weise."

Erstens: Ansprüche der Wasserwirtschaft werden nicht berücksichtigt, da das geplante Herausreißen des Wehres Stromgewinnung verhindert. Zweitens: Naturschutz. Man sieht Fische, Enten und andere Wasservögel im Kanal und im Rückhaltebecken, deren Lebensraum durch die Maßnahme zerstört wird. Drittens: Denkmalschutz. Ohne Wasserkraft hätte es die Schwarze Säge nie gegeben. Die Wasserkraft ist Teil des Denkmals und schützenswert. Der Löschteich gehört auch dazu und muss an einer anderen Stelle neu ausgehoben werden.

Dies gibt zu denken und lässt zweifeln an der Sinnhaftigkeit der Maßnahme. Müsste es daher nicht heißen: "Die grün geredete Zerstörungsmaßnahme an der Schwarzen Säge verbindet finanzielle Interessen der Energiekonzerne in vorbildlicher Weise"? Maren Schütt, Freiburg