Anmeldungen

An allen weiterführenden Schulen in Lörrach wird es wohl mehr Fünftklässler geben

BZ & Robert Bergmann

Von BZ-Redaktion & Robert Bergmann

Fr, 09. April 2021 um 08:03 Uhr

Lörrach

Die Stadt Lörrach meldet leicht steigende Zahlen bei den Anmeldungen an weiterführenden Schulen. Auch das Gymnasium der Freien Evangelischen Schule wächst. Gefragt seien passgenaue Schulen.

Unter Coronabedingungen haben in den vergangenen Wochen die zentralen Anmeldetermine an den weiterführenden Schulen in Lörrach stattgefunden. Die Zahl der angemeldeten Kinder gibt einen ersten Eindruck von den zu erwartenden Schülerzahlen im Schuljahr 2021/2022. Insgesamt scheint es an allen weiterführenden Schulen in der Stadt einen leichten Aufwärtstrend zu geben.

Nach den Anmeldeterminen stellt sich die Situation an den einzelnen weiterführenden Lörracher Schulen für das nächste Schuljahr bislang wie folgt dar: Hellbergschule als Werkrealschule 37 (Vorjahr: 22) Anmeldungen, Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule 53 (43), Theodor-Heuss-Realschule 76 (75), Hebelgymnasium 87 (70), Hans-Thoma-Gymnasium 143 (145), Pestalozzischule/SBBZ 10.

Rückgang an den Campusschulen gebremst

Es sind Zahlen, die Ilona Oswald, Fachbereichsleiterin Jugend/Schulen/Sport mit Blick auf die zur Zeit vor der Einschulung stehenden geburtenschwachen Jahrgänge durchaus erfreut zur Kenntnis nimmt. So gibt es einen leichten Zuwachs am Hebelgymnasium, der im Vorjahr verzeichnete leichte Rückgang an den Campusschulen scheint sich damit nicht fortzusetzen. Auch die Brombacher Hellbergschule verzeichnet mehr Anmeldungen und bleibt damit bei zwei Zügen. Fachbereichsleiterin Oswald verweist allerdings darauf, dass die Hellbergschule inzwischen die einzige Werkrealschule im ganzen Landkreis ist. Entsprechend nähmen Schüler zum Teil sehr lange Wege auf sich, um das Brombacher Schulangebot wahrnehmen zu können.

Gesamtschule möglicherweise dreizügig

Schließlich gibt es fürs kommende Schuljahr an der Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule (ASG) wieder mehr Anmeldungen. Sie könnte damit bis September drei Züge erhalten. Ilona Oswald findet diese Entwicklung "erfreulich". Dies zumal weil sich an der Schule auch die soziale Durchmischung zum Positiven verändert habe. Erfreulich aus Sicht der Stadt ist auch, dass die Schülerschaft der ASG mit Blick auf die Grundschulempfehlungen gemischt ist: 44 Prozent der angemeldeten Kinder der fünften Klasse haben eine Empfehlung für die Realschule, 35 Prozent für die Werkrealschule und 21 Prozent fürs Gymnasium. "Das Beratungsengagement der Schulen zahlt sich hier aus", interpretiert Fachbereichsleiterin Oswald die Verteilung.

Nachdem bis vor wenigen Jahren das Übergangsverhalten vorwiegend in Richtung Gymnasien tendierte, scheine es Eltern mittlerweile verstärkt darum zu gehen, eine passgenaue Schule mit einem entsprechenden Bildungsangebot für ihr Kind zu finden.

"Drive-in-Anmeldung" an der Schule

Ein Blick noch auf den Rosenfels-Schulcampus: Das Hans-Thoma-Gymnasium wird wie im Vorjahr wohl auf fünfzügig gehen, die Theodor-Heuss-Realschule bleibt bei drei Zügen, das Hebelgymnasium könnte bei weiteren Anmeldungen bei vier Zügen ankommen.

Die zentralen Anmeldetermine fanden in diesem Jahr unter besonderen Bedingungen statt. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die Schulen ziemlich kreativ werden. Die Lösungen erstreckten sich von Onlineberatungen für Eltern bis zur "Drive-in-Anmeldung" an der Schule. Zudem wurden die üblichen zwei oder drei zentralen Anmeldetage auf eine Woche ausgedehnt.

Die ansonsten üblichen Tage der offenen Tür – wichtige Orientierungshilfe für Schüler und Eltern im Vorfeld der Anmeldung mussten komplett durch ein Info-Angebot im auf den einzelnen Schulhomepages ersetzt werden. Ilona Oswald verweist darauf, dass dies den klassischen Tag der offenen Tür natürlich nicht habe ersetzen können.

Zulauf zum FES-Gymnasium

Die Anmeldezahlen können sich bis zum Schuljahresbeginn noch deutlich ändern, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Das liege zum Teil an laufenden Prüfungsverfahren, die in Rückstellungen aufgrund fehlender Schulreife münden können.

Nach einigen Jahren der Stagnation kann sich auch die Freie Evangelische Schule am Campus Lörrach über sehr gute Anmeldezahlen freuen. Laut einer Pressemitteilung war insbesondere das FES-Gymnasium mit 118 Anmeldungen sehr gefragt. Doch auch Grundschule, Werkrealschule, Realschule und das berufliche Gymnasium verzeichnen zahlreiche Anmeldungen. Ab September 2021 wird es am Gymnasium erstmals in der über 30-jährigen Geschichte der FES vier fünfte Klassen geben. Nach Gesprächen mit dem Vorstand wurden 101 Zusagen verschickt. Eine Entscheidung über die Vierzügigkeit des Gymnasiums sei damit jedoch nicht gefallen, sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Rudishauser. Denkbar sei es auch, dass an der Realschule eine vierte 5. Klasse nachgefragt werde.