Angespannte Vorfreude auf den Start

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Do, 07. Oktober 2021

Leichtathletik

Heute noch Nachmeldungen möglich für den Schwarzwald-Marathon in Bräunlingen am Sonntag / Zutritt nur mit 3G-Nachweis.

. Viele Ausdauersportler auf Wettkampfentzug mussten lange darauf warten – am Sonntag ist es nun endlich so weit: Nach einem Jahr Zwangspause fällt in Bräunlingen wieder der Startschuss zum Schwarzwald-Marathon. Für die zweitägige Veranstaltung haben gut 1700 Läufer und Läuferinnen sowie Walker gemeldet. Kurzfristig gibt es nur am heutigen Donnerstag noch die Möglichkeit zu Online-Nachmeldungen.

Beim Ausrichterverein LSG Schwarzwald-Marathon pendelt die Stimmungslage aktuell zwischen Vorfreude und Anspannung mit etwas Bammel. "Wir haben alles geplant und im Griff, aber es ist ein ganz neuer Marathon", sagt Vereinschef Frank Kliche angesichts der vielen Vorgaben und Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. "Es gibt ein paar unbekannte Größen, auf die wir keinen Einfluss haben."

Vor allem wissen der Chef des Organisationskomitees (OK) und seine vielen freiwilligen Helfer nicht, wann die Masse der Marathon- und Halbmarathonläufer am Sonntag zum Einchecken kommt. Denn alle Starter und Starterinnen sowie auch ihr Begleittross und das Publikum im Start- und Zielbereich bei der Bräunlinger Stadthalle müssen auf "3G" – "geimpft, genesen, getestet" – kontrolliert werden. Erst mit diesem Nachweis erhalten sie beim Sporthallen-Parkplatz oder vor der Stadthalle per Einlassband Zutritt zum Veranstaltungsgelände, auf dem Maskenpflicht herrscht. Die Sportler müssen den Mund-Nasen-Schutz bis zum Überschreiten der Startlinie tragen und nach ihrem Zieleinlauf wieder aufsetzen.

Die Organisatoren hoffen, dass die Teilnehmer "die Eincheckzeiten großzügig nutzen" und sich so nicht bis kurz vor den jeweiligen Starts lange Schlangen bilden. Die Zeitfenster haben sie jedenfalls großzügig bemessen: am Samstag von 11.30 bis 14.45 Uhr und am Sonntag schon von 6 bis 9.15 Uhr. Läuferinnen und Läufer aus der Nähe, die am Sonntag starten, können bereits am Samstag einchecken – "das nimmt Druck", sagt Kliche.

Um die durch Abmeldungen entstandenen Lücken zu füllen und Kurzentschlossenen noch eine Startchance zu bieten, entschloss sich das OK, nun doch Nachmeldungen zu ermöglichen (weitere Infos und Anmeldung: http://www.schwarzwaldmarathon.de Erfreulicherweise können nun doch an beiden Tagen alle Starterinnen und Starter über eine Distanz gemeinsam auf die Strecke geschickt werden. Die ursprünglich ins Auge gefasste Aufteilung auf mehrere Startblöcke mit zeitlichen Abständen ist nach der aktuellsten Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg nicht erforderlich. Das ist positiv nicht nur für die (Spitzen-)Läufer und die Zuschauer, die so den Überblick über den Rennverlauf behalten. Der Veranstalter spart zusätzlichen Aufwand, Zeit und Geld für eine längere Einsatzzeit der Rettungskräfte.

Auf Duschen und Massagen nach ihrem Lauf müssen die Wettkämpfer in diesem Jahr verzichten, ebenso wird es keine Siegerehrung geben. Was unverändert bleibt, ist die Herausforderung auf den gewohnten Strecken rund um Bräunlingen. Für die Marathonläufer ist das die große Schleife über Bruggen, Hubertshofen, Ober- und Unterbränd und entlang des Kirnbergsees zurück ins Zähringerstädtchen. Rund 80 Prozent der Strecke führen auf Waldwegen durch die herbstliche Natur.

Aktuell einsame Favoritin bei den Frauen ist Stefanie Doll. Die 33-jährige Hochschwarzwälderin, die für den SV Kirchzarten startet, gewann den Schwarzwald-Marathon 2016 und 2017, zuletzt in 2:54:59 Stunden. Danach steigerte sie ihre Bestzeit über die 42,195 Kilometer beim Berlin-Marathon 2019 auf 2:35:33 Stunden. Auch wenn eine Zeit auf diesem Niveau auf dem deutlich anspruchsvolleren Naturkurs nicht für sie drin ist, dürfte es spannend sein, wie viele Männer vor der besten Schwarzwälder Läuferin der vergangenen Jahre ins Ziel kommen. Gemeldet haben einige Läufer, die es zuletzt mehrfach aufs Siegerpodest schafften. Der Freiburger Nils Schallner gewann 2018 in 2:33:36 Stunden, 2017 kam er als Zweiter und 2019 als Dritter ins Ziel. Kay-Uwe Müller (Schwäbisch Hall) siegte 2016, im Jahr darauf reichte es für Rang drei. Peter Fane, in Hüfingen heimisch gewordener Afrikaner, wurde 2018 und 2019 jeweils Zweiter.

Der Zeitplan: Samstag: 15 Uhr Start 10-Kilometer-Lauf, 15.05 Uhr Start Walking und Nordic Walking. Sonntag: 9 Uhr Start Marathon und Staffelmarathon, 9.20 Uhr Start Halbmarathon, 9.25 Uhr Start 5-Kilometer-Lauf.