Pflegeberufe

Arbeitsbedingungen sollten verbessert werden

Klaus Dages

Von Klaus Dages (Waldkirch)

Do, 02. September 2021

Leserbriefe

Zu: "Was man in der Lehre verdient", Agenturbeitrag (Wirtschaft, 24. August)


Seit nunmehr über einem Jahr ist der Personalnotstand in der Kranken- und Altenpflege nicht mehr zu übersehen. Anstatt wie schon seit Jahrzehnten anderen Ländern die Pflegekräfte abzuwerben, die sie eigentlich selber bräuchten, sollten wir Anstrengungen unternehmen, eigene Pflegekräfte auszubilden. Dazu muss man aber vernünftige Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen schaffen. Und die Vergütung muss endlich der hohen Professionalität, die in diesen Berufen gefordert ist, entsprechen. Dass sich sogar öffentliche Arbeitgeber aus den Tarifverträgen stehlen, spricht nicht für die Versprechungen der Politik.

Aber wenn man für Auszubildende in der Kranken- und Altenpflege werben möchte, darf man diese natürlich in der Tabelle des BZ-Artikels "Was man in der Lehre verdient" nicht außen vor lassen. Auszubildende in der Krankenpflege verdienen im dritten Ausbildungsjahr nach Tarifvertrag öffentlicher Dienst 1353 Euro. Das ist zwar zugegebenermaßen weniger als Maurer/innen oder Straßenbauer/innen verdienen, was ich nicht verstehe, da auch die Arbeit in der Pflege sehr schweißtreibend ist – man denke nur an die Arbeit mit Corona-Schutzausrüstung und mit Maske –, aber immerhin im oberen Bereich. Da könnte man doch überlegen, ob man sich mit seinem Realschulabschluss diesen Berufsbereich genauer ansehen sollte. Ich selbst habe über 45 Jahre als Krankenpfleger gearbeitet, meine Frau ist Krankenschwester und auch unsere Tochter. Es ist ein guter Beruf. Klaus Dages, Waldkirch