AUCH DAS NOCH: Es war die Taube, nicht der Storch

BZ/dpa

Von BZ-Redaktion & dpa

Mi, 20. Mai 2020

Panorama

Eine schiefgelaufene Rettungsaktion für ein vermeintliches Storchenküken hat für Aufregung in der Oberpfalz gesorgt. Nun stellt sich heraus: Bei dem Tier handelte es sich in Wirklichkeit um eine Taube, wie eine örtliche Tierschützerin und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) mitteilten. Die Frau korrigierte Angaben vom Vortag. Sie hatte angenommen, das Vogelbaby sei aus einem Storchennest gefallen, und hatte es zurückgesetzt – woraufhin ein Altvogel das Tier aus dem Horst in den Tod warf. Ein Passant hatte am Sonntag im Dorf Pfatter das verwaiste Küken am Boden entdeckt – in der Nähe eines Storchennestes. Der Finder habe den Bürgermeister angerufen, der die Polizei alarmiert habe, die das Küken zu einem Tierarzt gebracht habe, der wiederum die Tierschützerin kontaktierte. Alle Beteiligten hätten das Vogelbaby für einen Storchen gehalten, beteuert die Tierschützerin, die im Internet nun als " Taubenmörderin" diffamiert werde. Und nur, weil sie nach telefonischer Rücksprache mit einem LBV-Experten den Vogel ins Storchennest mit Hilfe der Feuerwehr zurücksetzen wollte. Per Drehleiter sei sie zum Horst gebracht worden. Sie habe noch gedacht, dass das Küken ungewöhnlich leicht sei und habe sich daher noch einmal bei einem anderen Vogelexperten rückversichert, sagte die Frau. Der habe ihr gesagt, dass Nachzügler kleiner sein könnten. Doch der Storch wollte die Taube nicht adoptieren. "Es ist eine unglückliche Verkettung, die mir schrecklich leid tut", sagte die Tierschützerin.