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dpa

Von dpa

Fr, 23. Oktober 2020

Kunst

Raubkunst für Afrika?

Die Künstlergruppe "Frankfurter Hauptschule" hat sich zum Diebstahl einer Skulptur von Joseph Beuys (1921-1986) aus einer Ausstellung im Theater Oberhausen bekannt. Das Kunstwerk mit dem Titel "Capri-Batterie", eine Leihgabe aus dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster, sei nicht mehr an seinem Platz, bestätigte das Theater. Bei der Polizei ging nach Angaben einer Sprecherin eine Anzeige ein. Die Künstlergruppe teilte mit, das Werk sei nach Afrika gebracht worden. Dort solle es in Tansania in einer Dauerausstellung neben traditioneller Handwerkskunst einer ethnischen Volksgruppe gezeigt werden. "Unter dem Kolonialregime wurden Kunstgegenstände, Kulturgüter sowie Schädel von Hehe-Anführern aus Iringa geraubt und in unüberschaubarer Zahl nach Deutschland verbracht", heißt es in dem Bekennerschreiben zu der Aktion "Bad Beuys go Afrika". Der Diebstahl sei eine Art Wiedergutmachung an der ehemaligen deutschen Kolonie Tansania. Eine Sprecherin des Museums in Münster sagte, bei "Capri-Batterie" handele es sich um ein sogenanntes Multiple. Beuys hatte das Werk, eine Zitrone an einer schwarzen Lampenfassung mit gelber Glühbirne, 200-fach gefertigt.