Auf dem Daten-Highway

Dirk Schwarz (SP-X)

Von Dirk Schwarz (SP-X)

Sa, 28. November 2020

Auto & Mobilität

Wie das Internet im Auto eingebunden wird.

Stets aktuelle Verkehrsinformationen erhalten, den Lieblingsradiosender streamen und von zu Hause auf das Auto zugreifen. Eine Internetverbindung im Wagen macht’s möglich.

Zugang zum Informationsfluss aus Bits und Bytes erhält das Auto entweder über ein Smartphone, das mit dem Infotainmentsystem des Wagens gekoppelt wird, oder über eine eigene SIM-Karte, die in den Tiefen des Fahrzeugs versteckt ist und an die Otto-Normal-Fahrer auch gar nicht so einfach rankommt. Übrigens: Spätestens seit der EU-weit vorgeschriebenen E-Call-Funktion für Neuwagen (seit März 2018) steckt in jedem neuen Auto eine SIM-Karte, und bei den meisten Herstellern lässt diese sich entweder gratis oder gegen Gebühr auch für andere Online-Dienste nutzen.

Eine Online-Funktion, von der sicher schon viele Autofahrer profitiert haben, sind die Echtzeit-Verkehrsdaten: Errechnet werden minutengenaue Angaben über Staulängen und zähflüssigen Verkehr aus unzähligen, anonymisiert ausgewerteten Handydaten – wenn sich, vereinfacht gesagt, auf einer Autobahn viele Handys nur mit Schrittgeschwindigkeit bewegen, weiß der Computer, dass dort Stau sein muss. Ins Auto wiederum gelangen die Informationen über die Internetleitung; das Radiosignal, über das früher Verkehrsinfos als sogenanntes TMC-Signal übertragen wurden, reicht für die Menge an Daten schon lange nicht mehr aus.

Neben der E-Call-Funktion und den Echtzeit-Verkehrsinformationen bietet die Datenleitung im Auto aber noch weitere Vorteile: Zum einen kann der Internetzugang Mitreisenden in Form eines WLAN-Hotspots zur Verfügung gestellt werden. So können beispielsweise die Kinder auf der Rückbank ihr hart vom Taschengeld abgespartes Datenvolumen schonen. Außerdem gelangen unter anderem Wetterdaten, Tankstellenpreise oder aktuelle Nachrichten in das Infotainmentsystem des Autos. Zudem ermöglicht der Internet-Anschluss eine noch bessere Vernetzung mit dem Handy. Wer einen Termin in seinen Online-Kalender einträgt, sieht diesen auch im Auto. Routen können zu Hause bequem am Rechner geplant und direkt ins Auto geschickt werden (wo natürlich immer die aktuellen Landkarten heruntergeladen werden), und nicht zuletzt steht während der Fahrt die große Musik-Vielfalt der Online-Radiosender und anderer Streaming-Dienste zur Verfügung. Dazu kommen die immer beliebter werdenden digitalen Sprachassistenten – entweder Amazons Alexa und Co. oder Eigenentwicklungen der Hersteller.

Ist man selbst nicht im Auto, ermöglicht es die Datenverbindung zum Wagen von jedem Punkt der Erde aus zu kontrollieren, ob die Fenster zu sind oder die Türen verriegelt. Auch die Standheizung lässt sich per Smartphone-App ganz einfach einschalten. Dass das Fahrzeug über das Internet auch seinen Standort senden kann und so die Fahndung im Falle eines Diebstahls vereinfacht, versteht sich fast von selbst.

Dem Hersteller gibt die Verbindung außerdem die Möglichkeit, aus der Ferne die Software zu aktualisieren. Die sogenannten Over-the-Air-Updates sorgen dafür, dass das Betriebssystem jederzeit auf dem neuesten Stand ist. Außerdem lassen sich dem Kunden auf diese Weise manche Anwendungen verkaufen, die nachträglich gebucht werden können, wie zum Beispiel bestimmte Lichtfunktionen.