Auf der Suche nach mehr Zukunft

Leonie Feix, Klasse 9c,

Von Leonie Feix, Klasse 9c &

Fr, 19. Dezember 2014

Schülertexte

ZISCHUP-ESSAY über Umweltschutz, Klimawandel und den Zustand der Erde / Was erwartet uns in den nächsten Jahrzehnten?.

Haben wir hier auf der Erde eigentlich noch eine Zukunft? Oder ist schon alles zu spät. Leonie Feix aus der Klasse 9c der Bötzinger Wilhelm-August-Lay-Realschule hat über die Zukunftsfähigkeit der Welt nachgedacht und ihre Gedanken im Rahmen des Zischup-Projektes zu Papier gebraucht.

Wann haben Sie zuletzt aus einem Fenster gesehen? Egal ob Sie graue Bürogebäude oder grüne Landschaft gesehen haben, wie wird es dort in, sagen wir, 16 Jahren aussehen? Wenn Sie in 16 Jahren – es wäre dann 2030 – aus exakt diesem Fenster sehen, sehen sie das, was wir heute Zukunft nennen. Wollen Sie wissen, wie unsere Welt 2030 aussieht?

Gut, mit der heutigen Situation der Erde sind Sie vermutlich recht vertraut. Zur Auffrischung: In diesem Jahr ist unser Energieverbrauch deutlich gesunken, was aber laut dem Umweltbundesamt eher dem milden Winter zuzuschreiben ist. Der CO2-Ausstoß steigt dagegen und immer noch weiß niemand wohin mit dem Atommüll. Der Meeresspiegel steigt und die Regenwälder verschwinden. Zudem überfischen wir unsere Meere, sehen zu, wie etliche Tier- und Pflanzenarten aussterben. Und wir tun nichts dagegen. Soviel zu heute.

Und für die "Früher war alles besser!"-Sager: Im Jahr 1990 zum Beispiel wurde viel mehr CO2 produziert. Auch Rohstoffe und Energie werden heute bedeutend besser genutzt!

Aber was ist jetzt mit der Zukunft? Wenn wir unsere Ziele erreichen, dann stammt in 16 Jahren ein Großteil unserer Energie aus erneuerbarer Energie. Dann wird auch der CO2-Ausstoß ziemlich nah an Null liegen, das Aussterben der übrigen Tier- und Pflanzenarten soll gestoppt werden, es sollen sogar einige Arten mithilfe von DNA-Überresten wiederhergestellt werden! Der Meeresspiegel soll konstant bleiben, Holland sollte also nicht zu einem modernen Atlantis werden. Zudem ist jetzt schon eine schonende Entsorgung von Atommüll in Arbeit. Auch die Regenwälder werden geschützt und aktiv vergrößert werden. Die Polkappen sollen laut Experten nicht weiter abschmelzen und das einst riesige Loch in der Ozonschicht soll nur noch die Größe eines Fußballplatzes haben.

Okay, das war gelogen, wer das glaubt, ist definitiv unheilbar naiv. Unsere wirklichen Ziele? Der Anteil erneuerbare Energie soll 2030 mindestens 27 Prozent betragen. Der CO2-Ausstoß soll um ganze 40 Prozent verringert werden. Unser Atommüll hat dann zwar ein Endlager, es gibt aber vermutlich immer noch keine Langzeitlösung für die Entsorgung. Alle Kernkraftwerke sollen jedoch vom Netz genommen werden. Soweit so gut, aber die Fläche des Regenwaldes soll laut dem Spiegel nur noch 45 Prozent seiner Ursprungsfläche betragen und 1,5 Millionen Tier- und Pflanzenarten sollen vollkommen ausgerottet sein – vom Menschen.

Auch der ansteigende Meeresspiegel wird vermutlich weiter steigen, wenn nicht bald eine Lösung gefunden wird. Das noch riesige Loch in der Ozonschicht soll zwar schrumpfen, aber wir Menschen können die Ozonschicht bei ihrer Genesung nicht aktiv unterstützen. Die schmelzenden Polkappen könnten in 16 Jahren laut dem Focus nicht mehr existieren. Um dieses Szenario zu verhindern, müssten wir unsere Lebensweise komplett ändern!

Und auch wenn wir es versuchen, auch wenn wir unsere Welt wirklich retten wollen, schaffen wir das noch? Die beschriebenen Punkte sind noch längst nicht alle Teilnehmer im Spiel um unsere Zukunft. Und wenn wir gewinnen wollen, müssen wir uns klar machen, in welcher Situation wir sind, um anschließend gemeinsam handeln zu können. Aber reicht unsere Zeit dafür noch? Haben wir nicht schon längst verloren?